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Ostholstein : Nabu kritisiert: Stromtrassenbau berücksicht kaum den Vogelschutz

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Naturschützer sind erbost: Der Vorzugskorridor für eine neue Überlandleitung berühre Lebensräume vieler geschützter Vogelarten, darunter Kranich, Seeadler und sogar der sehr seltene Schwarzstorch.

40 Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) Eutin blickten vergangene Woche in der Hauptversammlung auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. In seinem Tätigkeitsbericht nannte der 1. Vorsitzende Oscar Klose besondere Arbeitsschwerpunkte. Vor allem die Folgen der sogenannten Energiewende wie der Ausbau der Wind-energie, aber auch die Ostküstenleitung von Göhl nach Lübeck hätten die Naturschützer stark gefordert. Nach seiner Überzeugung werde der Artenschutz bei diesen Planungen bislang sehr stiefmütterlich behandelt. Klose appellierte an die Landesregierung, der Tennet als Bauherrin der Ostküstenleitung klare Vorgaben für eine vorsorgeorientierte Planung zu machen. Bislang liefen die Untersuchungen zum Vogelschutz zwischen Lübeck und Göhl nur auf Sparflamme.

Dies sei vor allem dramatisch, weil der Vorzugskorridor für die Trasse Lebensräume vieler geschützter Vogelarten berühre, darunter Kranich, Seeadler und sogar der sehr seltene Schwarzstorch. Zudem sei gerade das östliche Kreisgebiet Drehscheibe für den internationalen Vogelzug. „Der Energiewendeminister ist gefordert, sich hier endlich klar zum Artenschutz zu bekennen. Der Verzicht auf eine Erdverkabelung am EU-Vogelschutzgebiet Neustädter Binnenwasser, wo bereits an der vorhandenen Leitung regelmäßig Vögel zu Tode kommen, sowie westlich des Barkauer Sees ist nicht akzeptabel“, so Klose.

Beim Blick auf die Landesgartenschau kritisierte Klose die Fällung von knapp 400 Bäumen sowie die Beeinträchtigung gesetzlich geschützter Biotope. Positive Effekte versprechen sich die Naturschützer hingegen durch ein geplantes Ausgleichsmanagements beim Kreis Ostholstein.

Klose berichtete weiter von stabilen Mitgliederzahlen. Derzeit unterstützten rund 500 Menschen mit ihren Beiträgen die Arbeit des Nabu. „Die Tatsache, dass wir unseren Mitgliederstand seit vielen Jahren halten, werten wir nicht nur als Beleg für die Qualität unserer Arbeit, sondern auch dafür, dass den Eutinnerinnen und Eutiner der Naturschutz sehr am Herzen liegt.“

Oliver Juhnke aus Dunkelsdorf wurde für weitere vier Jahre als Schatzmeister bestätigt. Den Regularien folgte ein Referat von Hauke Drews, Projektmanager der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, zum Spannungsfeld zwischen Wildnisentwicklung und Flächen-Management.


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erstellt am 07.Mär.2016 | 11:00 Uhr

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