Eutin : Nabu kritisiert Baumfällungen

Im Eutiner Seepark sind schon viele Bäume gefällt worden.
Im Eutiner Seepark sind schon viele Bäume gefällt worden.

Naturschützer prangern Eingriffe im Seepark für die Landesgartenschau an.

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18. Januar 2015, 10:29 Uhr

Die Baumfällungen im Seepark und die zu geplanten Eingriffe in die Uferbereiche ziehen weitere Kreise: Der Eutiner Nabu-Vorsitzende Oscar Klose wirft den Machern der Landesgartenschau (LGS) eine mangelhafte Informationspolitik vor. Zwar werde nach außen ständig der Eindruck transparenter Planungs- und Beteiligungsprozesse erweckt; in der Praxis sei Transparenz und Offenheit jedoch zu vermissen.

„Zu den uns im Sommer vorgestellten Planunterlagen haben wir Anfang August eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben und neben den Baumfällungen auch die übrigen Eingriffe, zum Beispiel in naturnahe Uferbereiche deutlich bemängelt. Bis heute haben wir trotz Nachfrage keine Antwort der Stadt dazu erhalten, wie mit den von uns vorgebrachten Bedenken und Anregungen im Einzelnen umgegangen worden ist“, stellt Oscar Klose fest.

Klose bezeichnet es weiterhin als merkwürdig, dass die Landschaftsplaner bei einer telefonischen Anfrage im Dezember zum konkreten Umfang der Fällarbeiten keine Informationen herausgegeben hätten. Die grobe Dimension der Fällungen sei den Naturschützern bewusst durch die Pläne bewusst gewesen. „Die genaue Anzahl der zu fällenden Bäume wollte uns die Planerin am Telefon partout nicht nennen“, sagt Klose. Stattdessen sei der Nabu mit dem Hinweis auf eine angeblich in Vorbereitung befindliche Presseinformation vertröstet. „Nebelkerzen allenthalben“, sagt Klose.

Kritik übt der Verband aber auch an der Landesregierung. So sei in der Bewerbungsleitlinie des Landes als ein Ziel der Landesgartenschau explizit die Stärkung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes genannt und ökologisch beispielhafte Lösungen in der Grün- und Landschaftsgestaltung gefordert. „Dass von diesen blumigen Zielformulierungen in Eutin nichts übrig geblieben ist, liege auch klar in der Verantwortung des Landes. Landesgartenschauen, die selbst vor europäischen Schutzgebieten, wie an der Fissauer Bucht nicht Halt machen, braucht niemand“, sagt Klose.

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