Nabu: Kritik an Planungen von Femern A/S

Mangelnde Transparenz bei Fehmarnbeltquerung

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21. März 2018, 10:53 Uhr

Mit einer Serie investigativer Artikel auf Basis anonym veröffentlichter Dokumente hat die dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ laut Nabu die Vertrauenswürdigkeit des dänischen Vorhabenträgers Femern A/S und des gesamten Projektes zur geplanten Festen Fehmarnbeltquerung erschüttert. „Nun scheinen sich zahlreiche ökonomische und planerische Vorbehalte gegen Europas größtes und teuerstes Verkehrsinfrastrukturvorhaben zu bestätigen“, teilte der Nabu gestern mit.

Mangelnde Transparenz der Projektverantwortlichen gegenüber Politik und Öffentlichkeit, ein personeller Austausch Projekt-kritischer Experten, die Unkenntnis über das deutsche Planfeststellungsverfahren – die Fehmarnbeltquerung beruhe laut den Medienberichten auf Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen, so der Nabu. „Der dänische Vorhabenträger Femern A/S hat sich offensichtlich besonders beim Abschluss der Verträge mit den Baukonsortien verzockt. Nun stehen die Planer mit dem Rücken zur Wand. Der von den Dänen selbst zu verantwortende Termindruck darf jetzt nicht auf Kosten eines seriösen deutschen Planfeststellungsverfahrens gehen“, sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. So sei von den Planern unter anderem die Einschätzung einer deutschen Fachanwältin für Umweltrecht, Dr. Bettina Enderle, zur absehbaren Dauer eines deutschen Planfeststellungsverfahrens vorsätzlich ignoriert worden. „Aber auch ohne die Einschätzung von Enderle wissen vor allem die zahlreichen deutschen Mitarbeiter im dänischen Planungsstab, die extra als Experten für Planfeststellungsverfahren beschäftigt werden, dass der Zeitplan bei einem regulären Bundesverwaltungsgerichtsverfahren nie und nimmer eingehalten werden kann“, sagt Malte Siegert, Fehmarnbeltexperte des Nabu.

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