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Ostholsteiner Anzeiger

24. November 2017 | 12:35 Uhr

Mutige Worte zum Jubiläum

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Feierstunde: 85 Jahre Sankt-Elisabeth-Krankenhaus Eutin / Sozialministerin Kristin Alheit lobt die vorbildlichen Verdienste des Hauses

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2017 | 17:02 Uhr

Von Menschlichkeit war gestern häufig die Rede. Und der Tradition des Helfens und Heilens. Kein Wunder, steht doch das Sankt-Elisabeth-Krankenhaus Eutin seit seiner Gründung im Jahr 1932 unter dem Leitspruch „Der Mensch steht im Mittelpunkt“.

Geschäftsführerin Kerstin Ganskopf sieht die Menschlichkeit des Hauses, das gestern sein 85-jähriges Bestehen feierte, in der christlichen Nächstenliebe begründet. Aus der von der katholischen Ordensgemeinschaft der Schwestern von der heiligen Elisabeth begründeten Tradition von Helfen und Heilen leite das Personal des Hauses den Anspruch an die Leistungen als Ausdruck der eigenen christlichen Unternehmenskultur ab.

„Das Krankenhaus ist eine Besonderheit in der Kliniklandschaft in Schleswig-Holstein“, sagte Bürgervorsteher Dieter Holst in seinem Grußwort im Namen der Stadt. Es sei ein gutes Beispiel für die Entwicklung des Eutiner Gemeinwesens. Das Krankenhaus in der Plöner Straße ist eine Facheinrichtung für Innere Medizin mit 98 Planbetten. Es verfügt über Schleswig-Holsteins größtes Palliativ-Zentrum mit 13 Betten und der dazugehörigen Infrastruktur. Weiterhin bietet das Krankenhaus über ein Geriatriezentrum inklusive Tagesklinik mit zwölf Plätzen.

Insbesondere diesen Schwerpunkt hob Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit in ihrer Rede hervor. „Vorbildliche Verdienste im Umgang mit Demenz“ habe sich das Krankenhaus erworben, so Alheit. „Vieles von dem, was hier schon gemacht wird, sollte flächendeckend im Land passieren“, sagte die Ministerin. Sie betonte weiterhin, dass in der Eutiner Einrichtung „der Mensch im Mittelpunkt steht“. Damit erntete die Ministerin Gemurmel in den hinteren Reihen. „Schön wär’s“ war als leiser Kommentar zu hören.

Als hätte es die Geschäftsführerin vorweg genommen, hatte Ganskopf bereits in ihrer Rede darauf hingewiesen, dass Menschlichkeit auch bedeute, am Anspruch des Hauses scheitern zu dürfen, so Ganskopf. Und Erzbischof Dr. Stefan Heße lobte gerade diese deutlichen Worte Ganskopfs. „Sehr mutig – Auch das gehört zur Menschlichkeit dazu“, sagte Heße. Das gehöre auch zum „Mehrwert“ des Hauses. Denn auf die selbstgestellte Frage, was so eine Einrichtung wie das Elisabeth-Krankenhaus zu einer katholischen Einrichtung mache, antwortet Heße: „Wir wollen nicht nur die perfekte OP, sondern auch Mehrwert, denn der Mensch ist nicht nur Leib, sondern auch Seele.“ Und das, was in der Pfarrkirche gebetet wird, solle hier gelebt werden – Menschlichkeit. Und eben diese müsse immer wieder hinterfragt werden, sagte Ministerin Alheit, „sei es bei der Selbstbestimmung im Sterbeprozess oder bei der zunehmenden Ökonomisierung im Krankenhausbereich“. Doch für Menschlichkeit benötige es Mut und Können, so Alheit. Und nur so habe in Eutin ein Fachkrankenhaus für ältere Menschen entstehen können – das im 85. Jahr als „weithin anerkannter Leuchtturm“ gilt, lobte Alheit.

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