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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 06:44 Uhr

Musterprojekt für Nahwärme in Benz?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Unternehmer ruft zur Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft auf

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 11:22 Uhr

Zur Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft in Benz ruft der Unternehmer Ralf Stoltenberg (Stoltenberg Energie) aus Schönberg (Kreis Plön) auf. Die Gründungsversammlung soll am Donnerstag, 30. Oktober, ab 19 Uhr im Hotel „Benzer Hof“ stattfinden. Ziel sei, eine kostengünstige und zukunftssichere Wärmeversorgung auf Basis regenerativer Energien zu schaffen. Optional sei eine Eigenstromversorgung sowie die Verlegung eines Glasfaserkabels für schnelles Internet.

Anwesend sein werde auch ein Vertreter des Schleswig-Holsteinischen Genossenschaftsverbands aus Rendsburg. Bereits im Januar hatten Hermann Stoltenberg und sein Sohn Ralf die Idee einer Wärmeversorgung der Dorfschaft mithilfe einer Wärmepumpe vorgestellt. Damals gab es auf der einen Seite viel Skepsis, auf der anderen Seite bekundeten etwa 15 Einwohner ihr Interesse an dem
Projekt. Mittlerweile geht Stoltenberg Energie von einem Blockheizkraftwerk zur Brauchwasserproduktion sowie zwei Erdwärmepumpen für die Wärmeproduktion in der kalten Jahreszeit aus. Zusätzlich soll eine Luft-Wasserwärmepumpe für den Spitzenbedarf und den möglichen Ausfall einer Wärmepumpe vorgehalten werden.

Die Wärme soll über ein Nahwärmenetz an die beteiligten Haushalte verteilt werden. Die Unternehmer hoffen auf eine möglichst hohe Beteiligung der 120 Haushalte in rund 100 Gebäuden. Diese versorgen sich derzeit nach Stoltenbergs Angaben zu 45 Prozent mit Erdgas, 30 Prozent mit Erdöl, 15 Prozent mit Holz und 10 Prozent mit anderen Energiequellen wie Wärmepumpen oder Elektroheizungen.

Für die Genehmigung eines Nahwärmenetzes sei der Kreis zuständig, erklärte Hermann Stoltenberg. Das sei ihm bei einer nicht-öffentlichen Sitzung des Malenter Planungsausschusses mitgeteilt worden. Das Vorhaben in Benz solle zu einem Musterprojekt für ganz Ostholstein werden.

Durch eine Genossenschaft ließen sich zusätzliche Fördermittel gewinnen, wirbt Stoltenberg. Der Bau der Anlage soll nach Stoltenbergs Angaben rund 2,1 Millionen Euro kosten. Neben einer einmaligen Förderung von rund 500 000 Euro kalkuliere er mit einer Verbrauchsförderung von 29 000 Euro jährlich. Bis der notwendige Kredit für die Anlage abbezahlt sei, rechne er mit Wärme- und Finanzierungskosten von 10,71 Cent pro Kilowattstunde. Außerdem müssten die Teilnehmer mit einem einmaligen Baukostenzuschuss von 1000 bis 3000 Euro rechnen, sofern die Anschlussquote nicht zu Beginn schon bei mindestens 80 Prozent liege.

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