zur Navigation springen

Städtepartnerschaft : Musikalischer Auftakt beim Besuch in Lawrence

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Partnerschaft besteht seit 25 Jahren. Eutiner Delegation wurde in der Musikschule der Kansas-Universität begrüßt.

Mit viel Musik hat am Donnerstag für eine 20-köpfige Delegation aus Eutin ein Besuch der US-amerikanischen Partnerstadt Lawrence begonnen: Ein Empfang in der Musikschule der Kansas-Universität (KU) markierte den Start für ein fünftägiges Programm, das morgen eine offizielle Feier im Rathaus zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft von Eutin und Lawrence einschließt.

Der erste Tag war zugleich ein Tag zahlreichen Wiedersehens: William „Bill“ Keel, Deutsch-Professor der KU, und Robert „Bob“ Walzel, der Dekan der zur Universität gehörenden Musikschule, sind treue Eutin-Besucher, und sie führten die Gäste durch die Musikschule, die sich mit der Kunst- und Theaterfakultät einen Campus teilt.

Neben einem kleinen Konzert einer Jazz-Combo erlebten die Gäste einen Probenausschnitt der Bigband der Universität, die in diesem Sommer ein Konzert auf dem Eutiner Schlosshof gab. Und zu den zahlreichen jungen Musikern, die in Eutin waren, gehört Etta Fungs, die 2011 als Gretel auf der Eutiner Opernbühne sang. Sie steht mittlerweile vor dem Abschluss ihrer Ausbildung als Sängerin, hat kürzlich einen Gesangswettbewerb der New Yorker Metropolitan Opera gewonnen und hatte dieses Jahr ein Engagement an einer italienischen Oper.

Diese junge Frau stehe vor einer großen internationalen Karriere als Opernsängerin, sagte Bob Walzel. Und es seien Erfahrungen wie ihre erste große Rolle in Eutin, die ihre musikalische Entwicklung befördert hätten. Walzel: „Wenn sie eines Tages in der New Yorker Met auf der Bühne steht, wird sie immer daran erinnern, wie sie 2011 in Eutin im Regen auf der Bühne gesungen hat.“

Bei dem Rundgang durch die Musikschule erfuhren die Gäste auch, dass die Musiker-Ausbildung in Kansas breiter gefächert ist als an einem Konservatorium oder einer Musikhochschule in Deutschland: Das Studium an der KU sei so angelegt, dass die rund 500 Studenten später sowohl als Musiklehrer als auch als Musiker tätig werden könnten oder zum Beispiel auch als Therapeuten. So sei in Lawrence im Jahr 1947 eine Musiktherapie zur Behandlung von im Zweiten Weltkrieg traumatisierten Soldaten entwickelt worden

Dieses Lehrfach gebe es bis heute, es würden Therapeuten ausgebildet, die zum Beispiel Soldaten der US-Armee behandeln, die nach Einsätzen in Afghanistan oder Irak an Posttraumatischen Belastungsstörungen leiden. Bob Walzel: „Wir sind sehr stolz darauf, dass die Musiktherapie hier in Lawrence erfunden wurde.“

Walzel betonte auch, dass der Kontakt zu Eutin für die Musikschule sehr wichtig sei. Er bedeute für die Studenten nicht nur eine große Gastfreundschaft jenseits des Ozeans, sondern bringe ihnen auch wichtige Erfahrungen. Nach seiner Einschätzung sei die Städtepartnerschaft zwischen Lawrence und Eutin weltweit einmalig.

Das Warming Up des Programms wurde abends mit einem Treffen im Privathaus des ehemaligen Bürgermeisters fortgesetzt. Bob Schumm war der „Mayor of Lawrence“, der vor 25 Jahren zusammen mit Gernot Grimm die Partnerschaftsurkunde unterzeichnete.

Auf die Eutiner Delegation, die von Bürgervorsteher Dieter Holst und der stellvertretenden Bürgermeisterin Elgin Lohse angeführt wird, wartet in den kommenden vier Tagen ein dichtes Programm. An der Organisation der Reise war wesentlich Martin Vollertsen, der Vorsitzende des Eutiner Partnerschaftsvereines, beteiligt.


zur Startseite

von
erstellt am 04.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen