zur Navigation springen

Musikalisch wie klanglich ein großer Leckerbissen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schauspieler und Musiker Axel Prahl brilliert mit seinem Inselorchester auf der Eutiner Freilichtbühne

„Im Fernsehen sehen Sie aber größer aus. Und von der Kleidung her kommen Sie wohl aus dem Osten“, berichtet Axel Prahl von einer Begegnung mit einer Dame bei einem seiner Konzerte. „Zumindest komme ich aus Ostholstein“, entgegnete Prahl damals. Anekdoten wie diese und Einblicke in sein Leben gab es reichlich am Sonntagabend auf der Eutiner Freilichtbühne. Vor ausverkauften Rängen spielte Prahl zusammen mit seinem Inselorchester Jazz, Blues und Rock.
Geboren in Eutin, aufgewachsen in Neustadt – Axel Prahl ist ein waschechter Ostholsteiner. Bislang war der Schauspieler seinem Publikum eher als Hauptkommissar Thiel im ARD-„Tatort“ bekannt. Dass er jedoch auch als Musiker glänzen kann, stellte er eindrucksvoll in seiner Geburtsstadt unter Beweis.

Eine interessante Symbiose ging Prahl dabei mit dem Inselorchester ein: Er raubeinig, kratzig in der Stimme, teilweise grölt er fast die Lieder ins Mikrofon. Alles aber nicht negativ, sondern mit Charme. Das Inselorchester wiederum ergänzte Prahl mit stilsicherer, facettenreicher Instrumentation. Der Sound insgesamt sehr klar, die Streicherbesetzung ideal – ebenfalls eine Ergänzung zur Kodderschnauze von Axel Prahl. Dieser nahm die Zuschauer mit auf eine Reise durch sein Leben und seine Lebenserfahrungen. Prahl singt von seinem Vater, der von einem Brahmsegel erschlagen wurde („Reise, Reise“), von leeren Worthülsen unserer Zeit („BlaBlaBla“) oder ist auch mal global-kritisch („Polonaise Internacional“). Seine Liedtexte: manchmal verspielt, albernd - meistens aber auf den Punkt treffend, mit einer sehr kreativen bildhaften Sprache, inhaltlich sehr emotional und ehrlich und nie sentimental.

Das Publikum – Alter „35 plus“ – hörte sehr konzentriert und teilweise auch bewegt zu, was Prahl sang und moderierte. Und hielt den Atem an, als Prahl eine Flasche „Astra Rotlicht“ mit den Zähnen öffnete. Doch Prahl erlöste seine Gäste vom Schock: „War nur Spaß, die war schon vorher offen!“ Nach der Pause hatte sich Prahl mit hiesigem Bier versorgt. Mit „Prost Eutin!“ schenkte er sich aus dem Zwei-Liter-Henkelmann einer Eutiner Brauerei ein und animierte das Publikum mehr und mehr zum Mitsingen.

Nach zwei Zugaben war nach rund drei Stunden SHMF-Konzert dann Schluss. Auch diese Stücke musikalisch wie klanglich ein Leckerbissen. Wie das ganze Konzert. Ein gelungener Abend.

zur Startseite

von
erstellt am 25.Aug.2014 | 10:31 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen