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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 09:00 Uhr

Musik ist etwas Göttliches

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 09:31 Uhr

Sei es auf dem Felde, sei es bei einer Landesgartenschau: sie gehören mit dazu. Sie? Wer ist „sie“? Die Lilien. Was wollen die Lilien? Sie haben eine Botschaft. Was haben die Lilien uns, den Besuchern der Landesgartenschau, zu sagen? Das Evangelium „Sorget nicht!“ (Lukas 12, 26 f) Die Lilien sprechen uns an: „Seid so unbekümmert, wie wir schön sind!“

Wer befindet sich in der Gesellschaft der Lilien? Die Raben (Lukas 12, 24). Im Unterschied zu den Lilien gibt es mit den Raben viel Verdruss. Über die Raben, nicht nur über die diebischen Elstern, wird viel geschimpft und lamentiert. Die Raben gelten als kriminell. Jedenfalls sagt man: „Die Raben stehlen.“ Diese gefiederten „Freunde“ dienen eben den Menschen zum Vorbild, von denen sich sagen lässt, dass sie stehlen wie die Raben.

Verdruss ist in Eutin und Umgebung kein Fremdwort. Um die Landesgartenschau hat es viel Verdruss geben.

Die drei Worte „Die Raben stehlen“ sind Jesus nie über die Lippen gekommen. Statt dessen hat Jesus Gott bemüht. Er hat die gefiederte Kreatur mit Gott in Zusammenhang gebracht, in einen Zusammenhang, den die moderne Naturwissenschaft nicht zu erkennen vermag. Gott kommt in ihr nicht vor.

Statt sich an die Tatsachen zu halten und verärgert zu wiederholen „Die Raben stehlen“, setzt Jesus dieser Behauptung die Botschaft entgegen: „Gott nährt die Raben“ (Lukas 12, 24). Gott ist sich nicht zu gut dafür, in ein Spiel gebracht zu werden, in dem die Raben das Sagen zu haben meinen. Er bekommt und hat etwas mit den Raben zu tun, die Angst haben, verhungern zu müssen, wenn sie sich nicht selbst ihre Nahrung beschaffen.

Es ist für uns Menschen verdrießlich, wenn uns die Raben bestehlen. Wer lebt schon gern mit Dieben zusammen!? Die Verdrießlichkeit hat aber ein Ende, wenn man es für wahr hält, dass Gott die Raben nährt. Diesen Satz kann verstehen, wer Sinn für Humor hat. Eine religiöse ist nicht zuletzt eine humorvolle Redeweise.

Was bleibt, wenn die Verdrießlichkeit zum Verschwinden gebracht ist? Die Freude. Im ehem¬ligen Propstengarten, ja auf allen Grünflächen soll nicht nur das Gras gedeihen, sondern auch die Freude wachsen - einiger noch nicht allseitig befriedigend gelöster Probleme zum Trotz.

Es gibt schwerlich eine fröhlichere Beerdigung als: die Verdrießlichkeit unter den grünen Rasen zu bringen. Dann leben wir wie die Lilien im Heute und haben die Freude. Gott lebt bereits im Morgen und hat die Sorgen. Er teilt seine Sorgen nicht mit uns, wie er überhaupt nicht alles mit uns teilt.

Niemand von uns teilt alle Sorgen Gottes. Es ist genug, dass Gott für uns sorgt. Seine Sorgen trägt er allein. Wann hat unsere Freude ein Ende? Die Lilien antworten: „Das lasst Gottes und des Unglaubens Sorge sein!“







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