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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 04:08 Uhr

Musik ist etwas Göttliches

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wort zum Sonntag



„Alter in Würde“ ist das Thema der aktuellen jährlichen „Ökumenischen Woche für das Leben“. Dazu passt die politische Diskussion um eine Rentenreform, weil ein Großteil der künftigen Rentner mit der zu erwartenden Rente nicht mehr den Lebensunterhalt wird bestreiten können.

Neben dieser materiellen Frage geht es aber auch noch um viel mehr: Wie setzen wir uns als Christen dafür ein, dass Menschen in Würde alt werden können? Unstreitig ist das Älterwerden mit manchen Begleiterscheinungen verbunden, die durchaus belastend sind. Wenn aber alte Menschen darüber nachdenken, ihrem Leben ein Ende zu setzen, weil sie Angst davor haben, nicht mehr nützlich zu sein oder allein gelassen zu werden, dann ist dies ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.

Als Christen müssen wir deutlich machen, dass Menschen in jeder Lebensphase in ihrer Würde zu respektieren sind, dass sie angenommen und begleitet werden müssen, dass sie auch im Alter und im Sterben nicht allein gelassen werden dürfen.

Jedes Alter bringt seine besonderen Herausforderungen mit sich und hat seine entsprechende Wertschätzung nötig und braucht seinen Platz in unserer Gesellschaft. Insoweit brauchen wir eine Gesellschaft, die generationenübergreifend das Alter schätzt und die, die alt und gebrechlich werden, nicht einfach abschiebt und vergisst. Einen frühen Ausdruck hat diese Haltung schon im vierten Gebot gefunden, das davon spricht, Vater und Mutter zu ehren.

Ebenso wichtig ist natürlich auch, dass der Mensch selbst sein Leben im Alter annimmt, dass er das Älterwerden als einen natürlichen Lebensprozess sieht. Unser Glaube ruht auf der Gewissheit, dass die Würde eines Menschen nicht von seinem äußeren Erscheinungsbild oder seiner körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit abhängt, sondern davon, dass der Mensch ein Abbild Gottes ist und dass sein Leben in der Liebe Gottes zu uns Menschen gründet. Daher stellt Papst Franziskus in seinem aktuellen Schreiben „Amoris laetitia“ fest, dass die Kirche keine Gleichgültigkeit und Verachtung gegenüber dem Alter haben darf. Er bezeichnet die Fürsorge für die alten Menschen als Unterscheidungsmerkmal für eine zivilisierte Gesellschaft. Die Humanität einer Gesellschaft zeigt sich vor allem darin, wie sie mit Menschen im Alter umgeht.

Möge jeder einzelne von uns zu einer solchen humanen Gesellschaft beitragen!




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von
erstellt am 15.Apr.2016 | 12:59 Uhr

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