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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 22:35 Uhr

Musik ist etwas Göttliches

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

M ein Herz, meine Seele ist betrübt bis an den Tod! (Matthäus 26,38) bekennt einmal Jesus, liebe Leserin und lieber Leser. In der ausklingenden Woche sind mir ungewöhnlich viele Menschen in den Weg geschickt worden, deren Herzen betrübt gewesen sind von Traurigkeit und Schmerz. Sie hatten in den zurückliegenden Wochen Abschied zu nehmen von einem geliebten Angehörigen.

Manchmal spüren wir unser Herz – wir hören es schlagen. Manchmal ist es aus dem Takt geraten – und wir sind aus dem Rhythmus unseres Lebens geworfen, weil uns jemand fehlt (wir hatten noch so viele Pläne!); weil uns ein Unglück – das Zugunglück in Bayern- im Herzen trifft (Ich bin diese Strecke selbst schon gefahren – Verwandte wohnen dort, und ihre Kinder nehmen den Zug immer zur Schule; ein Glück, dass Faschingsferien gewesen sind!!) – aus dem Rhythmus geraten, ins Nachdenken gekommen. Gönnen wir uns einmal Ruhe – morgen am Sonntag, um darüber nachzusinnen: „Was ist wesentlich in meinem Leben?“

Gedanken, die in der Stille in uns aufsteigen dürfen – und dann sind wir mittendrin in der Fastenaktion der evangelischen Kirche, die dieses Jahr unter der Losung steht: „Großes Herz! Sieben Wochen ohne Enge“.

Mein Herz wieder weit machen: danken für die Menschen, die zu mir gehören, meine Familie, Freunde, Bekannte, Nachbarn… beschäftigt uns in der ersten Fastenwoche.

Mein Herz bereit machen für die Einsicht: So viele Tage und Jahre durfte ich schon leben; irgendwann wird auch mein Leben ein Ende haben: Wie will ich meine Lebenszeit ausfüllen? Was ist wirklich wichtig? Was soll Raum gewinnen in meinem Leben (ein Hobby, eine neue Aufgabe)? Welche Freiheiten will ich mir nehmen und genießen (als Alleinstehende genieße ich es, im Sommer frühmorgens am Strand spazieren zu gehen)?

Mein Herz wieder weit machen: Wen will ich zu mir einladen? Und dabei nicht bange fragen: „Wird es denn für alle reichen? Komme ich zu kurz?“ – Wie viele Bedenken, wie viel Für und Wider, wie viele Ängste sind doch in uns eingeschlossen! Wie eng sind dann unsere Herzen. Und auf der anderen Seite: Wie oft bin ich schon unverhofft eingeladen worden, und es reichte immer: großzügige, weite Herzen sind mir begegnet. „Es reicht für alle“ und „Hier ist noch Platz“ – lauten dann auch die Themen der zweiten und der fünften Fastenwoche: „Es kann sehr bitter sein, in der Fremde ein neues Leben beginnen zu müssen – und es kann morgen jedem so ergehen.“

Mein Herz wieder weit machen: Gegen wen hege ich Groll? Und wer grollt mir? Wem soll ich vergeben? Ohne Groll, ohne Vorhaltungen, ohne Ansprüche auf Wiedergutmachung? – fragt die vierte Fastenwoche. Inne werden, was eine Frau unserer Zeit, Sabine Naegeli, so bekennt: „Ich weiß, dass ich fähig bin, gleichgültig zu sein gegen fremde Not; Menschen zu verletzen; ich weiß, dass ich fähig bin, zu verachten; zu hassen; ich weiß, dass ich fähig bin, erbarmungslos auf meinen Vorteil aus zu sein; Macht zu genießen.“ „Ist verziehen“ – steht über dieser Woche.

„Gottes großes Herz“ – begegnet uns in der siebten Fastenwoche: „Wenn uns unser Herz verdammt, ist Gott größer als unser Herz, und ER erkennt alle Dinge und nichts ist IHM fremd!“ (1. Johannes 3, 16-20) Wir sind gehalten in Gott, der immer größer sein wird als unser Herz.

Eine gesegnete Fasten- / Passionszeit wünscht
Regine Sabrowski,
Pastorin in Eutin
























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erstellt am 11.Feb.2016 | 09:04 Uhr

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