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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 10:32 Uhr

Musik ist etwas Göttliches

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 16.Nov.2015 | 10:34 Uhr

Liebe Leserinnen, lieber Leser!



Vor einiger Zeit habe ich einen klugen Satz eines jüdischen Rabbis gelesen. Er sagt: „Die große Schuld des Menschen sind nicht die Sünden, die er begeht - die Versuchung ist groß und seine Kraft ist klein. Die große Schuld des Menschen ist, dass er jederzeit umkehren kann und es nicht tut.“

An diesem Mittwoch ist Buß- und Bettag. Es ist ein eher vergessener Feiertag, seit er 1994 als staatlicher Feiertag abgeschafft wurde. Aber er ist doch ein wichtiger Tag, denn er erinnert uns Menschen daran, dass wir umkehren können.

Buße tun – das hört sich zunächst eher nach Strafe für begangene Fehler an. Aber das ist mit dem Buß- und Bettag nicht gemeint. Buße tun heißt, sein Leben zu ändern, den falschen Weg verlassen, umkehren zu Gott. Der Rabbi hat Recht: Wir Menschen machen immer wieder Fehler und verlaufen uns auf den Holzwegen unseres Lebens.
Darum brauchen wir auch einen Tag wie den Buß- und Bettag. Dieser Tag gibt uns Gelegenheit zum Innehalten und zur Rückschau auf das, was gelungen, aber auch auf das, was nicht gelungen ist. Wo eigene Fehler uns einengen, wo wir auf dem falschen Weg sind. Ein solcher Rückblick ist nicht leicht, aber notwendig, wenn unser Leben in Ordnung kommen soll.

Denn der Buß- und Bettag bleibt nicht bei der Rückschau stehen, sondern wendet den Blick nach vorne. Gott kennt uns und unsere Fehler – und er ist bereit zu vergeben. Und weil er uns vergibt, können auch wir uns und anderen vergeben. Das meint Buße tun: Frei werden von Schuld, indem wir unsere falschen Wege verlassen und einander vergeben.

Wie gut, dass es diesen Tag gibt, der uns daran erinnert, dass Umkehr jederzeit möglich ist. Ich wünsche uns allen den Mut dazu, jeden Tag von neuem.

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