"Hein Lüttenborg" : Museumsbahn lässt auf sich warten

Bevor diese demontierte Schrankenanlage am Malenter Bahnhof wieder funktioniert, ist noch einiges zu tun. Foto: Foto: Schröder
Bevor diese demontierte Schrankenanlage am Malenter Bahnhof wieder funktioniert, ist noch einiges zu tun. Foto: Foto: Schröder

Ludger Guttwein, Eigentümer der Strecke zwischen Malente und Lütjenburg, verweist auf Probleme mit der alten Sicherheitstechnik.

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02. Februar 2012, 12:18 Uhr

Malente | Die Signale für "Hein Lüttenborg" stehen weiterhin auf Rot. Bislang hatte Ludger Gutt wein, Chef der Deutschen Privatbahn, erklärt, 2012 den Betrieb historischer Züge zwischen Malente und Lütjenburg aufzunehmen. Doch ob es in diesem Jahr tatsächlich dazu kommt, steht in den Sternen. Grund sind Probleme mit der Instandsetzung der historischen Sicherheitstechnik an den Bahnübergängen, erklärte der Eisenbahn-Unternehmer aus Borchen (Nordrhein-Westfalen). Betroffen seien die von den Zügen automatisch ausgelösten Schranken und Blinklichter. "Die Anlagen sind alle alt, stammen aus den 60er Jahren, dafür gibt es keine Ersatzteile mehr."

Seit einem halben Jahr sei eine Fachfirma damit beschäftigt, die Bahnübergänge auf der knapp 17,3 Kilometer langen Strecke wieder instand zu setzen. Doch dies brauche Zeit. "Wenn beispielsweise ein Schütz defekt ist, muss dies extra neu angefertigt werden", erläuterte Guttwein. Dies nähmen die Hersteller aber erst in Angriff, wenn genügend Aufträge vorlägen. Grund für die Defekte ist nach Guttweins Angaben nicht der Zahn der Zeit, sondern auch unsachgemäßer Umgang mit der alten Technik. Überspannungen hätten zu den Defekten geführt. Wie viele Bahnübergänge es auf der Strecke gibt, konnte Gutt wein aus dem Stegreif nicht sagen. Zwei oder drei Übergänge habe die beauftragte Firma aber mittlerweile wieder flott gemacht.
In der Saison mehrere Fahrten pro Woche geplant

Abgesehen von den technischen Schwierigkeiten mit den Bahnübergängen sei auf der Strecke "fast alles fertig" für den Betrieb. Bahnsteige seien hergerichtet, Schwellen ausgetauscht, der Bewuchs an der Strecke zurückgeschnitten und der Untergrund von fünf Bahnübergänge erneuert worden. Irgendwann sollen historische Fahrzeuge, die einst auf der Strecke unterwegs waren, wieder fahren: Dampfloks seien wegen der Brandgefahr an Waldstücken zwar zunächst nicht vorgesehen, aber Schienenbusse und Dieselloks.

Zunächst sei geplant, in der Saison mehrmals pro Woche zu fahren. "Dann müssen wir sehen, wie es ankommt." Wann es jedoch soweit sein werde, vermöge er nicht zu sagen, erklärte Guttwein. Das wäre "Kaffeesatzlesen", weil die Fachfirma die Frage, wann die Ersatzteile lieferbar seien, auch nicht beantworten könne. "Ich kann nicht sagen: nächste Woche oder nächstes Jahr." Bevor die Züge rollen, muss außerdem die Landeseisenbahnaufsicht in Kiel die Bahnanlagen abnehmen.

Die Deutsche Privatbahn, deren Geschäftsführer Gutt wein ist, hatte die Strecke im September 2008 erworben. Der Eisenbahn-Unternehmer, der sein Geld mit dem Transport von Massengütern wie Zement verdient, sieht sich nicht unter Zeitdruck, zumal er mittlerweile nicht mehr auf Fördermittel baue. Geld werde er mit dem Projekt ohnehin nicht verdienen: "Wir hoffen, dass wir mit plus minus Null rauskommen", erklärt Guttwein. "Hein Lüttenburg" sieht der Liebhaber historischer Bahnen, der sich für ein paar Monate auch schon mal mit dem "Rasenden Roland" auf Rügen versucht hat, eher als ein Hobby.

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