Plön : "Murmann ist Problem für den Naturschutz"

Gerd Dressler (Grüne) ist sauer über die Aussage vom CDU-BundestagsabgeordnetenDr. Philipp Murmann zum Thema Kormorane.

Avatar_shz von
31. Oktober 2011, 11:50 Uhr

Plön | "Kormoranschutz gefährdet Existenzen von Fischereibetrieben" lautet das Urteil des CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Philipp Murmann. Der grüne Gerd Dreßler ist sauer: "Murmann bedient sich dabei der hinlänglich bekannten Argumentation des Verbandes der Binnenfischer und Teichwirte. Damit stellt er die Partikularinteressen einiger weniger Berufsbinnenfischer der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe Naturschutz entgegen."

Das Jagd- und Fraßverhalten der Kormorane ist durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Dreßler: "Es nimmt längst nicht den Stellenwert ein, das die Binnenfischer ihm immer wieder anhängen und dazu führte, dass Ministerpräsident Carstensen Kormorane als ,Unterwasserterroristen outete." Wenn Murmann sich auf die Schilderungen von Anglern und Fischern stütze, die gesehen haben wollen, "wie sehr der Vogel die Seen leerfrist", dann werde er - Murmann - selbst zum Problem für den Naturschutz.

Der ehemalige Marineoffizier Dreßler weiß es offenbar genau: "Die Ursachen für den Rückgang des Fischbesatzes in den heimischen Seen sind vielfältig und nur unwesentlich dem Kormoran zuzuschreiben." Richtig sei, dass zur Freude der Fischer der Kormoranbestand unter der langen Eisperiode 2010 stark gelitten habe. Stattdessen forderten sie weitere Einschränkungen des Naturschutzes und drohten mit dem Einsatz von Jägern. Es sei richtig, dass Naturschutz nicht gegen die Menschen gemacht werden solle und eben auch nicht ohne die Binnenfischer. Dreßler: "Sie sollten mit ins Boot steigen, das Existenzrecht des Kormorans anerkennen und nicht gegen ihn rudern."

Der Kormoran sei Mitglied der Lebensgemeinschaft in der hiesigen Natur, die keinem Konkurrenzdenken mit der heimischen Wirtschaft unterworfen werden dürfe, sagte Gerd Dreßler weiter.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen