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Bundestagswahlkreis Neumünster-Plön : Murmann (CDU) holt erneut das Mandat

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der 49-Jähriger CDU-Abgeordnete Dr. Philipp Murmann kehrt mit einem Direktvotum in den Bundestag zurück, seine SPD-Gegnerin Birgit Malecha-Nissen schaffte eine Mehrheit in Neumünster.

Vor vier Jahren gelang es dem gebürtigen Kieler Dr. Philipp Murmann erstmals, in dem traditionellen SPD-Wahlkreis 6 ein Direktmandat für die CDU zu holen – und gestern schaffte der 49-Jährige eine Wiederholung dieses Erfolgs.

Als Murmann mit seiner Frau Cordula kurz vor 18 Uhr zur CDU-Wahlparty eintraf, brandete erstmals Jubel von rund 50 Anhängern im Neumünsteraner Hotel Prisma auf. Die erste Prognose direkt nach Schließung der Wahllokale wurde dagegen eher gespannt-ruhig aufgenommen: Schwarz-Gelb war abgewählt.

„Ich bin zerrissen“, sagte Murmann. Die Freude über das gute Abschneiden der Union wurde durch das Scheitern der FDP getrübt. „Ich bin aber ganz optimistisch, was den Abend angeht“, sagte Murmann – und sollte mit dieser Ansicht richtig liegen. „Ein starkes Ergebnis, fast bayerische Verhältnisse“, entfuhr es CDU-Mitglied Hauke Hansen, als um 18.14 Uhr die erste Hochrechnung über die TV-Sender ging. Die CDU lag da bei 42,3 Prozent, die SPD bei 26,3 Prozent.

Dazu passte eine Anekdote, die Murmann preisgab. Am Sonnabend blieb der Wahlkampfbus auf dem Weg zum Oktoberfest in Daldorf mit einem Platten liegen. „Ich in Lederhose, meine Frau im Dirndl“, so Murmann. Und bajuwarisch klar war auch das erste von 212 Gemeindeergebnissen im Wahlkreis: In Barmissen holte Murmann 60,2 Prozent der Erststimmen.

Dieser Riesenvorsprung hatte natürlich nicht Bestand. Aber richtig knapp wurde es dennoch nicht mehr.

Den SPD-Anhängern wurde unterdes gestern Abend ein Stimmungs-Jojo beschert: Noch fünf Minuten vor der Schließung der Wahllokale gab sich die Kandidatin Birgit Malecha-Nissen (55) gerade euphorisch: „Das wird ungeheuer spannend – ich kann es kaum erwarten!“ Nur sechs Minuten später kam der erste herbe Tiefschlag: Nur 26 Prozent für die SPD auf Bundesebene. Nicht nur die Direktkandidatin zeigte sich entsetzt: „Das hätte ich nicht für möglich gehalten“, gab stellvertretend Neumünsters SPD-Landtagsabgeordnetete Birgit Eickhoff-Weber die Stimmung der rund 50 Parteifreunde wieder, die auf der Wahlparty im Belle Epoque so sehr auf die Wende in letzter Minute gehofft hatten.

Gut 40 Minuten vergingen, bis bei der Kandidatin ein leichtes Lächeln zurückkehrte. Die ersten Auszählungen aus der Stadt ließen zwar lange auf sich warten, gaben dann aber Anlass zur Hoffnung: 42 zu 37 Prozent, fast fünf Prozentpunkte vorsprung vor dem CDU-Konkurrenten Dr. Philipp Murmann waren es zu diesem Zeitpunkt – und die roten Hochburgen in Neumünster Faldera oder Tungendorf waren noch nicht einmal dabei. Aber je länger der Abend desto dramatischer schmolz der Vorsprung auch in der Stadt dahin, und zumindest den Parteistrategen im Saal dämmerte alsbald, dass ein knapper SPD-Vorsprung in der Stadt den Sieben-Prozentpunkte-Abstand im Wahlkreis kaum ausgleichen könnte.

Gegen 21 Uhr gab Dr. Birgit Malecha Nissen den Wahlkreis verloren. Ihr einziger Trost: Als Direktkandidatin bekam sie in der Stadt Neumünster mehr Stimmen als ihr CDU-Konkurrent – hauchdünn.

Bei den Liberalen hinterließ der Abend – nachvollziehbar – tiefe Enttäuschung. Kandidat Martin Wolf: „Die Nerven liegen blank. Das ist das absolute Debakel.“ Die Grünen hatten sich ein besseres Ergebnis erhofft. Und der stellvertretende Landessprecher der Alternative für Deutschland, Jürgen Joost, sprach von einem „sensationellen Ergebnis“: Es habe nicht ganz zum Einzug in den Bundestag gereicht hat, aber sei ein gutes Ergebnis gewesen. Joost: „Uns gibt es erst ein halbes Jahr, und zweieinhalb Millionen Wähler haben uns gewählt“. Bei der Europawahl gebe es nur eine Drei-Prozent-Hürde.

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erstellt am 22.Sep.2013 | 23:31 Uhr

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