„Murks in den Planung von Femern A/S“

24cquerungsgegner hendrick kerlen foto lubowski

shz.de von
22. Januar 2018, 11:47 Uhr

Das Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung hat am vergangenen Freitag seine Stellungnahme zu den geänderten Plänen für den Belt-Tunnel bei der Anhörungsbehörde eingereicht. Es habe damit zwar die von der Behörde zum 24. Januar gesetzte Frist nicht voll ausgenutzt, sich aber streng an die gesetzlich vorgeschriebene Einwendungsfrist gehalten, um später vor Gericht dem Vorwurf des Fristversäumnisses entgehen zu können, sagte Hendrick Kerlen (Foto) vom Aktionsbündnis. „Unsere Durchsicht zeigt jedoch erneut: Femern A/S ist weiterhin nicht bereit, all den bisherigen Murks in seiner Planung gründlich zu überarbeiten“, sagte Kerlen.

Die Anhörungsbehörde habe offensichtlich die am 21. Dezember von Femern A/S eingereichten Planänderungsunterlagen nicht überprüft, bevor sie am 5. Januar an die Verbände und die Stadt Fehmarn ausgegeben wurden, vermutet Kerlen. Femern A/S habe zwar gegenüber den Planänderungen von 2016 einige Unterlagen nochmals geändert und entsprechend farblich markiert. „Es gebe jedoch auch nicht markierte Änderungen. Und bei denen seien aus den in früheren Unterlagen erforderlich gehaltene Behördengenehmigungen klammheimlich gestrichen worden“, so Kerlen. Das hätte die Behörde feststellen müssen, zumal sie zu einer Vorprüfung verpflichtet sei.

Die Unterlagen enthalten mehrere fachliche Ergänzungen zu den Belangen des Natur- und Umweltschutzes. Mit ihnen wolle Femern A/S die Plausibilität ihrer früheren Untersuchungsergebnisse nochmals erhärten. „Herausgekommen ist dabei jedoch nur eine Verschlimmbesserung und Murks“, so Kerlen, „weil die Auswirkungsprognosen einerseits nach wie vor mangelhaft sind oder fehlen und sich andererseits Widersprüche in die Planung einschleichen“, sagte Kerlen. Der Nachweis, dass die umfangreichen Baggerarbeiten im Fehmarnbelt für die Umwelt harmlos seien, fehle weiterhin.

„Wir bleiben bei unserer Rüge, dass die betroffene Öffentlichkeit in diesem zweiten Planänderungsverfahren nicht angehört wurde. Die Planänderungen enthalten durchaus Änderungen von umweltrechtlicher Relevanz, zu denen die Öffentlichkeit gehört werden muss“, sagte Kerlen.

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