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Granaten und Zünder : Munitionsfund im Eutiner See

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Polizei-Taucher entdeckten Stielhandgranaten und Hülsen. Eine Firma soll vor den LGS-Bauarbeiten nochmals suchen.

shz.de von
erstellt am 20.Mär.2015 | 13:18 Uhr

Eigentlich suchten die Polizisten in der Stadtbucht nach Beweismitteln – und entdeckten dabei zufällig Kriegsmunition am Grund des Großen Eutiner Sees.

Vier Taucher des Kampfmittelräumdienstes kamen, suchten den Uferbereich zwischen dem Ponton und dem Schilfgürtel ab und fanden diverse leere Zwei-Zentimeter-Granaten, Zünder und Töpfe von Stielhandgranaten. Oliver Kinast, Leiter des Kampfmittelräumdienstes: „Diese waren allerdings ohne Zünder, nur der Sprengstoff war noch in den Töpfen.“ Auf die Frage, welche Gefahr davon ausging, antwortet der Experte: „Unsachgemäßer Umgang damit ist immer gefährlich, aber für uns war es handhabbar.“

Der Zustand der Munition lasse keinen genauen Rückschluss auf den Zeitpunkt des Verklappens zu. Kinast: „Es ist gut vorstellbar, dass diese Funde einfach entsorgt wurden. In den Nachkriegsjahren waren die Gewässer ja sogar ein legitimierter Entsorgungsort, das heutige Bewusstsein für den Umgang war einfach nicht vorhanden.“

Seine Tauchexperten werden nochmals im Uferbereich – üblich sind bis zu 20 Meter – nach Kampfmitteln suchen. Wann genau das sein wird, kann Kinast nicht sagen, da das Team derzeit in der Kieler Förde mit der Entschärfung zahlreicher Weltkriegsbomben beschäftigt ist und dafür extra Verkehrswege gesperrt werden.

Bernd Rubelt, LGS-Geschäftsführer, war überrascht ob der Funde an dieser Stelle. „Wir hatten extra vor der Probebohrung an den betroffenen Punkten nachsehen lassen und nichts gefunden. Im Vorfeld der Rammarbeiten werden wir alles nochmal mit einer uns vertrauten Firma untersuchen lassen.“ Dass mit Munitionsresten zu rechnen sei, wusste Rubelt seit mehr als einem Jahr: „Die Information wurde an uns herangetragen. Wir haben sie sehr ernst genommen, sind dem auch nachgegangen.“

Laut Fischerin Sabine Schwarten werde es noch mehr solcher Überraschungen im See geben: „Der Schilfgürtel, der all das Jahre festhielt, ist zurückgegangen und der Wellenschlag verschiebt den Boden, sodass Reste Stück für Stück freigelegt werden.“ Sie selbst habe – wie ihr
Vater vor Jahren schon – Stielhandgranaten in Fanggeräten gehabt.

 

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