Kritik vom Diakonischen Werk : Mütter-Kuren umstritten

Sparen die Krankenkassen auf Kosten von Müttern? Diese Frage stellt Heike Lindeburg Brodd vom Diakonischen Werk Eutin.

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22. Oktober 2009, 10:31 Uhr

Eutin/ | Heike Lindeburg Brodd ist für die Beratung über Kuren in Einrichtungen des Müttergenesungswerkes zuständig. Sie verweist zur Begründung ihres Verdachts auf die steigende Rate von Ablehnungen bei Anträgen für Mütterkuren.

Wie das Müttergenesungswerk jüngst feststellte, sind die Ablehnungen praktisch bei allen Krankenkassen gestiegen. "Wieder einmal wird die Gesundheit von Müttern als Variable für Einsparmöglichkeiten benutzt, obwohl die Bedarfslage in Deutschland riesig ist", empörte sich Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes in Berlin.

Nach wie vor sei die Begründung, dass ambulante Maßnahmen nicht ausgeschöpft seien, der häufigste Ablehnungsgrund. Sprunghaft angestiegen seien aber auch die "sonstigen" Gründe. Dahinter steckten immer neue Varianten von "ambulant vor stationär", vermutet auch Heike Lindeburg Brodd.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt sie Müttern, möglichst frühzeitig einen Kurantrag zu stellen. Wörtlich: "Um einen wunschgerechten Kurtermin wahrnehmen zu können, ist es ratsam, die Kuranträge zeitig zu stellen, da die Ablehnungen bei diesen Vorsorgemaßnahmen im ersten Halbjahr 2009 wieder gestiegen sind und somit Widerspruchverfahren eingeleitet werden müssen. Somit dauert die Antragsphase bis zur Kurbewilligung häufig weit über ein halbes Jahr."

Das Diakonische Werk Eutin (Kirchplatz 1) bietet Informationen zu Mütter- und Mutter-Kind-Kuren an. Montags und donnerstags ist das Büro vormittags und am Dienstag nachmittags besetzt sowie am Mittwoch nach Vereinbarung. Anmeldung und Informationen unter 04521/8305280.

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