Plön : Mord- und Totschlag historisch aufgearbeitet

Dr. Silke Hunzinger stellte als Redakteurin das Jahrbuch der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde zusammen.  Foto: Michael Kuhr
Dr. Silke Hunzinger stellte als Redakteurin das Jahrbuch der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde zusammen. Foto: Michael Kuhr

Renommierte Wissenschaftler und engagierte Heimatkundler haben mit ihren zwölf Beiträgen zum Gelingen des Jahrbuches der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde beigetragen.

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17. Dezember 2012, 12:59 Uhr

Plön | In diesen Tagen ist der 42. Band wieder unter der bewährten Regie von Dr. Silke Hunzinger erschienen.

Das neue Jahrbuch setzt in Aufmachung und Inhalt mit seiner Auflage von 1200 Stück die Tradition seiner Vorgänger fort. Auf 256 Seiten werden reich bebildert heimat- und naturkundliche Themen aus verschiedenen Regionen des Kreises Plön beschrieben.
Buch erhältlich im Plöner Kreismuseum

Die gut 950 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft erhalten das Buch für ihren Jahresbeitrag. Interessierte können es für 20 Euro telefonisch bei der Redakteurin Dr. Silke Hunzinger (Tel. 04522/ 789682) oder bei Heide Beese (Tel. 04522/2449) bestellen. Direkt erhältlich ist das Jahrbuch auch zu den üblichen Öffnungszeiten im Plöner Kreismuseum.

Volker Griese aus Wankendorf widmet sich einem verwickelten Mordfall, der sich 1821 auf Gut Rixdorf zugetragen hat. Dazu wertete er akribisch die historischen Gerichtsakten aus und kam schließlich der Lösung des Verbrechens auf die Spur. Ergänzend berichtet Professor Dr. Gerhard Kay Birkner über einen 1681 zwischen Plön und Rixdorf erfolgten Raubmord an einem dänischen Soldaten.
Rustikales plattdeutsches Gedicht

Die Plöner Kunsthistorikerin Dr. Ulrike Ohl behandelt die Bau- und Rezeptionsgeschichte einer historistischen Grabkapelle auf dem Selenter Friedhof. Die Erinnerung an ihre Stifterin, die auf der Blomenburg wohnhafte Gräfin Adeline von Hardenberg, ist in Selent bis heute lebendig. Rüdiger Wertz zeichnet das Lebensbild von Dr. Fritz Seefeldt, der ab 1945 als aus Pommern geflüchteter Pastor in Lütjenburg wirkte.

Peter Wippich bereichert die Ausgabe des Heimatbuches durch ein rustikales plattdeutsches Gedicht über einen mittelalterlichen Burgherrn aus der Nähe von Futterkamp. Der Ornithologe Bernd Koop stellt die Dohle als Vogel des Jahres vor und wirft einen speziellen Blick auf den aktuellen Bestand im Kreis Plön.
Entwicklung des Gutes Futterkamp

Mit seinen grundlegenden Forschungen zum Glasmacher Johann Kunckel (1635-1703) liefert der frühere Leiter des Kreismuseums, Dr. Hans-Joachim Kruse, einen gewichtigen Beitrag zur diesjährigen Ausgabe. Der in der Ascheberger Glashütte geborene Kunckel machte sich an verschiedenen Fürstenhöfen als Chemiker einen Namen, verfasste mehrere naturwissenschaftliche Standardwerke und ging als Erfinder des Goldrubinglases in die Geschichte ein.

Manfred Hartwig aus Pohnsdorf widmet sich der mittelalterlichen Geschichte des Klosters Preetz und spürt dessen "Standort Erpesfeld" nach. Hartmut Schultz hat sich intensiv mit der Geschichte des Gutes Futterkamp von seinen Anfängen bis in die Gegenwart beschäftigt. Er schildert die Entwicklung Futterkamps vom Adeligen Gut zur Lehr- und Versuchsanstalt der Schleswig-Holsteinischen Landwirtschaftskammer.

Herbert Schnathmeier erforschte die Geschichte der Schule in Kalübbe vom ausgehenden 17. Jahrhundert bis heute. Den Abschluss bildet ein Bericht über Plöns Entwicklung von der herzoglichen Residenzstadt des Absolutismus zur preußischen Kreisstadt, den der Kieler Historiker Dr. Martin Rackwitz verfasst hat.

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