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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 04:03 Uhr

„Mord“ in der Landesberufsschule

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Angehende Buchhändler übten sich im Marketing: Mit Krimi-Rollenspielen versuchten sie bei ihren Mitschülern Begeisterung für das Medium Buch zu wecken

Künftige Buchhändler lesen nicht nur viel, sie lernen auch, Bücher an den Kunden zu bringen. Im Lernfeld Marketing an der Landesberufsschule in Malente bereiteten die 14 Schüler der Abschlussklasse mehrere Krimi-Rollenspiele vor. Das Ziel: Ihre Begeisterung für Spannungsliteratur weiterzugeben. Die Rätsel lösten gestern im „Krimihaus“ Mitschüler aus den Abschlussklassen angehender Immobilienkaufleute. Sie wurden von der Aktion überrascht.

Wer ist der Mörder? Um diese Frage zu beantworten, bekamen die fünfköpfigen Gruppen jeweils 15 Minuten Zeit. In verschiedenen Räumen hatten sie Mordfälle aufzuklären. Im gruseligen „Bunker“, sprich Keller, des Gebäudes ging es im Genre Klassische Detektivgeschichte London um den Mord an einer Prostituierten. Sie wurde erdrosselt. Nach kurzen Anweisungen und Erläuterungen des Erzählers Sven Arne Ohlwein (29), im richtigen Leben in Oldenburg Auszubildender bei „Ton & Text“, begann die Suche nach Indizien.

Der Skandinavien-Krimi führte auf den Dachboden. Dort wollte „Oberkommissarin“ Laura Dopp (21) die Detektive auf eine falsche Fährte führen und von einigen Milchkannen mit eindeutiger Blutspur abzulenken. Wie sich herausstellt, ist sie selbst die Mörderin.

Der Thriller spielte in einem US-amerikanischen Büro. Hier führte „Hauptkommissarin“ Jule Heintz (20) in die Handlung ein. Claudia Hennemann (29) gab als Mary Brown die Rolle der trauernden Kollegin des vergifteten Opfers sehr überzeugend. Ihr Mann Harry O’Connor wurde als Mörder entlarvt.

In der „Pathologie“ bei Chantal Schulz (21) und Erzähler Nico Wendt (35) waren anhand von Büchern und Plakaten die Namen der Genres herauszufinden. Wer alle Indizien kombinierte und den Täter überführte, durfte am Ende mit einem Preis rechnen. Es wurden Punkte vergeben sowie Motivation und Schnelligkeit bewertet. Für die Siegergruppe gab es Bücher, für alle anderen Naschis.

„Coole Initiative, überraschend gut“, lautete das Urteil der angehenden Immobilienkauffrau Aileen Grätzer (22). „Das würde mich dazu anregen, Bücher zu kaufen und zu lesen.“ Auch die Klassenlehrerin der Buchhändler, Berit Schmidt, zog nach drei Stunden ein positives Fazit. Ihre Schüler hatten seit Herbst 2016 in der Freizeit die Aktion vorbereitet und alle Requisiten selbst ausgesucht. Der Praxisteil fließt in die Benotung mit ein. „Das Engagement war grandios, alle waren richtig in den Rollen drin. Wir erhoffen uns von solchen Aktionen, dass die Buchhändler wieder mehr ausbilden“, erklärte Schmidt. „Das Buch hat seinen Stellenwert nicht verloren, die Umsatzzahlen steigen. Sorgen machten aber die wenigen Auszubildenden. In der Unterstufe seien nur zehn Schüler angemeldet. > Anna Beuge (22, Ton & Text Heiligenhafen), hat die Aktion der Berufsschüler im Foto festgehalten. Sie wird in Kürze unter www.bs-eutin.de im Netz zu sehen sein.

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erstellt am 05.Apr.2017 | 15:48 Uhr

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