Digitales : „Mommy-App“ für Schwangere

Miriam Quentin zeigt die Handy-App, die Tipps für werdende Mütter bereithält.
Miriam Quentin zeigt die Handy-App, die Tipps für werdende Mütter bereithält.

Die Sana-Kliniken Ostholstein finanzieren ihren Patientinnen künftig ein spezielles Programm für das Smartphone.

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12. März 2014, 16:32 Uhr

Die Sana-Kliniken Ostholstein nehmen landesweit eine Vorreiterrolle ein: Sie setzen bei der Begleitung, Überwachung und Dokumentation von Schwangerschaften nun auch auf moderne Kommunikationstechnik. Deshalb wollen sie ihren Patientinnen künftig eine soganannte „Mommy-App“ fürs Smartphone (3,59 Euro) finanzieren. Entwickelt wurde die mobile Anwendung mit Hilfe von Frauenärzten.

„Die Mommy-App bietet neben umfangreicher Information und Tipps für die verschiedenen Phasen der Schwangerschaft vor allem die Möglichkeit, bestimmte wichtige Vitalwerte wie etwa die Gewichtszunahme selbst zu dokumentieren“, erklärte die Projektverantwortliche Miriam Quentin von der Mitherausgeberin „mediageno Verlags GmbH“. Der Funktionsumfang werde abgerundet durch verschiedene Notizfunktionen, Kameratool und Terminerinnerungen. Das Programm könne begleitenden Ärzten und Hebammen wertvolle Informationen liefern. Als Ersatz für medizinische Betreuung könne es allerdings nicht dienen, betonte Miriam Quentin.

Ein Ausbau der mobilen Anwendung ist bereits in Planung. In der derzeitigen Version verbleiben die Daten auf dem Smartphone. „Perspektivisch ist vorgesehen, diese über eine verschlüsselte Internetanbindung für den Frauenarzt oder anderes medizinisches Personal auch zwischen den Konsultationen sichtbar zu machen“, erläuterte Miriam Quentin.

Durch eine Entwicklungskooperation mit dem Berufsverband der Frauenärzte sei sichergestellt, dass die Information besonders aktuell und qualitativ hochwertig sei. Aber die Nutzerin werde explizit darauf hingewiesen, dass sie auf keinen Fall davon absehen sollte, deshalb auf echte medizinische Begleitung zu verzichten. „Die App dient somit nicht dem kostengünstigen Ersatz, sondern vielmehr der Unterstützung der vorgeburtlichen Versorgung“, betonte Miriam Quentin, auch mit Blick auf die geplanten Schließung der Geburtsabteilung in Oldenburg. „Die Sana-Kliniken Ostholstein beabsichtigen zu keinem Zeitpunkt, medizinische Beratung, Behandlung oder gar Notallversorgung durch die App zu ersetzen.“ Im Vordergrund des Sicherheitskonzeptes der Sana-Kliniken stehe das Boarding, was in einigen Kliniken, etwa Diako Flensburg, und skandinavischen Ländern bereits praktiziert werde. Schwangere könnten schon einige Tage vor der Geburt die Nähe zum Mutter-Kind-Zentrum Eutin suchen und kostenfrei ein Zimmer beziehen.

Die Mommy-App sei mit dem Ziel entwickelt worden, der Schwangeren einen Begleiter an die Hand zu geben und die Kommunikation mit ihrem Frauenarzt oder anderen medizinischen Leistungserbringern zu stärken. „Technische Lösungen wie diese könnten nie einen Arzt oder eine Hebamme ersetzen. Wohl aber könnten sie, richtig angewandt, einen kleinen Beitrag bei der Bewältigung künftiger Versorgungsaufgaben leisten.“

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