Marineunteroffiziersschule Plön : Moderne Marine und antike Römer

Eine ganz andere  Welt des Militärs bot das Römerlager, das die 21.Legion aus Kiel in der Kaserne aufgeschlagen hatte.  Fotos: C. Lange
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Eine ganz andere Welt des Militärs bot das Römerlager, das die 21.Legion aus Kiel in der Kaserne aufgeschlagen hatte. Fotos: C. Lange

Was passiert hinter den Zäunen der Marineunteroffiziersschule (MUS) in Plön? Antworten auf diese Frage suchten am Sonnabend viele Besucher beim Tag der offenen Tür.

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19. September 2011, 11:14 Uhr

Plön | Nur eine Frage blieb dabei offen - die nach der Zukunft der MUS im Zuge der vom Verteidigungsministerium für den Spätherbst angekündigten Bundeswehrreform.

Wie oft die Wachleute am Haupttor den Besuchern "Nehmen Sie sich einen Flyer mit" zugerufen haben, wissen sie selbst nicht mehr. Über den ganzen Tag verteilt strebten immer wieder Besucher scharenweise auf das idyllisch am Großen Plöner See gelegene Kasernengelände.

Dort hatten die Besucher dann die Qual der Programmauswahl. Geboten wurde Einiges. Etliche der Marinesoldaten mussten am Sonnabend ihre Stuben besonders gut aufräumen, da sie den zivilen Gästen zur Besichtigung offen standen. Ebenso war die Lehrküche für die neugierigen Blicke einmal mehr als ohnehin schon üblich gewienert worden.

Die Waffenschau war ein Besuchermagnet. Überrascht waren viele Besucher von der modernen Technik, die den Soldaten bei ihren Einsätzen ein Maß an größtmöglicher Sicherheit gewähren soll. Wie sehr sich die Waffensysteme im 21. Jahrhundert von denen der Römer 2000 Jahre zuvor unterscheiden, war anschaulich zu vergleichen. Denn die "Kieler Römer" der "Legio XXI Rapac" zeigten nebenan in ihrem eigens nach Plön verlegten Lager Waffen und Kleidung aus damaliger Zeit. Gegenüber hatten Soldaten aus heutiger Zeit ein Biwak aufgeschlagen und führten das Leben im Feld vor.

Doch nicht nur die Soldaten waren aktiv. Beim Kutterpullen konnten verschiedene Mannschaften gegeneinander antreten oder beim Tauziehen Stärke beweisen.

Der Tag wurde von der Marine auch zur Werbung in eigener Sache genutzt. Gezielt wurden unter den Besuchern junge Leute angesprochen, um für den Militärdienst auf See Interesse zu wecken. Dabei stellte sich die Marine in einem anderen Licht dar, als sie nach den Vorkommnissen auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" vielen erschien. Allerorten stießen die Besucher auf junge Soldaten, die oft nicht ohne Stolz und immer mit einem Lachen im Gesicht bereitwillig Fragen zu Unterkunft, Ausbildung und Gerät beantworteten. Ehrer marineuntypisch auch die Verpflegung: Neben dem "Klassiker" Labskaus gab es als Einstimmung auf das Oktoberfest am Abend bayrische Leckereien.

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