Mitarbeiter das Leben gerettet

Peter Wandhoff ist stolz auf das zum Kerzenständer umfunktionierte Geweih, das ihm ein Mitarbeiter schenkte.
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Peter Wandhoff ist stolz auf das zum Kerzenständer umfunktionierte Geweih, das ihm ein Mitarbeiter schenkte.

Der Kies-Unternehmer Peter Wandhoff aus Malente feiert am heutigen Dienstag seinen 75. Geburtstag

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31. März 2014, 10:46 Uhr

Viele kleine und große Geweihe hängen an den Wänden. Hier wohnt ein Jäger: Peter Wandhoff aus Malente hat schon viele Trophäen mit nach Hause gebracht. Die ihm Wichtigste allerdings bekam er vor ein paar Wochen geschenkt: von einem dankbaren Mitarbeiter. Dem Mann hat Peter Wandhoff eine Behandlung ermöglicht, die ihm wohl das Leben retten wird. Seine darüber vor Freude funkelnden Augen drücken aus, dass sich Peter Wandhoff zu seinem heutigen 75. Geburtstag damit selbst wohl das größte Geschenk bereitet hat.

Peter Wandhoff holt eine Schachtel Streichhölzer aus dem Schrank und zündet bedächtig die vier roten Kerzen an, die der Mitarbeiter auf das Geweih des einst stattlichen Hirsches geschraubt hat. „Ihm wurde gesagt, er habe Krebs im fortgeschrittenen Stadium und nur noch sechs Wochen zu leben“, erzählte Wandhoff traurig und erinnerte sich an seine eigenen jungen Jahre: „Ich bekam mit 32 Jahren auch eine schlimme Diagnose.“ Bedingt durch einen Herzfehler prognostizierten ihm die Ärzte eine Lebenserwartung von nur noch fünf Jahren.

„Ich gab das Rauchen auf und nahm zehn Kilogramm ab“, schmunzelte der heute 75-Jährige: „Tot Gesagte leben eben halt länger“. Peter Wandhoff hat sich nie gehen lassen oder gar selbst aufgegeben. Er sieht sich als „Kämpfer“. Diese Tugenden lassen ihn auch über 40 Jahre nach der einst schlimmen Diagnose verschmitzt aber auch dankbar strahlen. Und seine Dankbarkeit hat Peter Wandhoff in seinem Leben bereits vielfältig gezeigt.

1939 in Schwerin geboren wuchs er auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern bei Wismar mit vier weiteren Geschwistern auf. Im Zweiten Weltkrieg floh die Familie in den Westen. Eine Landwirtschaftslehre und weitere Ausbildungen machten Peter Wandhoff zum Agrar-Ingenieur, zum Groß- und Außenhandelskaufmann und zum Fachmann für Vieh- und Fleischhandel. Er ging nach Berlin zum Ein- und Verkauf auf den Schlachthof, lernte in Berlin auch seine Frau Helga kennen, mit der er 49 Jahre verheiratet ist. 1965 landete Peter Wandhoff bei der Firma von Karl-Heinz Stamer in Lensahn, erledigte dort den gesamten Ein- und Verkauf und baute Kieswerke neu auf.

Durch seine Tätigkeit im Vorstand der Kies und Sand AG in Hamburg lernte Wandhoff Karl Neumann kennen und kauft am 23. Dezember 1972 das Kieswerk in Sieversdorf, die Keimzelle des heutigen Unternehmens. „Wir waren damals sechs Mitarbeiter, heute sind wir 28 Mitarbeiter“, erzählt der Senior-Unternehmer, der sich nach und nach aus dem Geschäft zurück zieht und seinem 40-jährigen Sohn Volker, einem gelernten Betriebswirt, das Feld überlässt. Im Kiesgeschäft Sieversdorf ist Sohn Hans-Peter (47 Jahre) aus Sielbeck. Mit dem wertvollen Rohstoff Kies hat Tochter Christiane Ewers nichts zu tun.

Zwei Dingen ist Peter Wandhoff ein Leben lang treu geblieben: der Jagd und dem Tischtennissport. Hier hat er sich finanziell engagiert, als der Tischtennissport mit Peter Franz und Olga Nemez in Lübeck Einzug hielt. Lübeck wurde sogar Sieger im TT-Europapokal. Peter Wandhoff selbst stand mit sieben Jahren schon an der Platte. Und in der zurückliegenden Saison hat er als bester Spieler in der dritten Kreisklasse Ostholstein 28 Spiele gewonnen und nur vier verloren. „Früher, da habe ich mit Klaus Kreisel im Doppel gespielt und bin Landesmeister geworden“, erinnert sich Peter Wandhoff.

Mit 15 Jahren machte er seinen Jagdschein und ist auch hier heute noch mit großer Freude dabei – ob bei einem Ansitz in seinen Revieren oder in Österreich in den Bergen, als er nach 22 Stunden Geduld auf dem Hochsitz einen Berghirsch erlegte. Peter Wandhoff gilt als Naturverbunden – nicht nur als Jäger, sondern auch im Kiesabbau. Das ausgebeutete Gelände habe er besser renaturiert, als es vor dem Kiesabbau war. Allein in Kreuzfeld pflanzte er rund 5000 Obstbäume für die Tiere.

Auch mit 75 Jahren blickt Peter Wandhoff in die Zukunft: „Ich möchte Tischtennis spielen und jagen, so lange es geht.“ Ehefrau Helga sorge für die Einnahme seiner wichtigen Medikamente und Sohn Volker könne sich so lange auf Vaters Mitarbeit stützen, wie er möchte. Doch heute wird erst einmal ordentlich gefeiert.

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