zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 13:04 Uhr

„Mit uns nicht gesprochen“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das neue Feuerwehrkonzept von CDU und FWS in Süsel brüskiert Aktive in Gömnitz und Fassensdorf

Der Vorschlag von CDU und Freien Wählern Süsel (FWS) für eine Neuordnung der Feuerwehren in der Gemeinde birgt erheblichen Zündstoff: Die Wehrführer Thomas Wandrey (Gömnitz) und Edwin Schultz (Fassensdorf) haben das Konzept, das eine Stärkung der Bujendorfer Wehr zugunsten der Ausstattung von Gömnitz und Fassensdorf vorsieht, als „Schlag ins Gesicht“ bezeichnet. Beide beklagten gestern außerdem im Gespräch mit dem OHA den schlechten Stil, dass sie aus der Zeitung erfahren hätten, worüber die Mehrheit in der Gemeindevertretung nachdenkt: „Mit uns hat keiner gesprochen“, betonte Wandrey.

CDU und FWS hatten – wie berichtet – vorgeschlagen, einen „zukunftsfähigen Neubau der Feuerwehr in Bujendorf“ zu errichten und dort ein größeres Tanklöschfahrzeug zu stationieren. Das sei allerdings nur realisierbar, wenn Gömnitz kein neues Auto und kein neues Feuerwehrhaus bekomme, außerdem entfiele ein neues Auto für Fassensdorf. Dort sollte das alte Fahrzeug aus Bujendorf stationiert werden.

Thomas Wandrey sieht in diesem Konzept eine Missachtung des ehrenamtlichen Engagements der Aktiven in Gömnitz und eine Attacke auf die Existenz der kleinen Wehr. Gömnitz habe zwar nur 18 Aktive, aber damit gehöre ihr jeder fünfte erwachsene Einwohner an. Und mit fünf Atemschutzträgern liefere sie einen wichtigen Beitrag zum Brandschutz, ergänzte Andreas Wende. Der SPD-Gemeindevertreter gehört ebenfalls der Wehr an.

Thomas Wandrey warnt außerdem davor, die Schlagkraft der Gömnitzer zu unterschätzen: „Wir haben viele Mitglieder im Schichtdienst, die tagsüber da sind. Als vergangenes Jahr in Roge eine Strohpresse brannte, waren wir schneller da als die Roger Wehr – und mit mehr Kräften als Röbel.“

Wenn Gömnitz kein neues Auto bekomme, das nach bisher geltendem Bedarfsplan 2015 ersetzt werden müsste, steht für Wandrey die Existenz der Wehr auf dem Spiel. Und der Erfahrung nach werde sich dann auch kein Gömnitzer mehr in einer anderen Feuerwehr engagieren.

Das sieht Gemeinderwehrführer Kai Nagel auch so. Das beste Beispiel liefere Bockholt. Nach der Zusammenlegung der dortigen Wehr mit Röbel habe es höchstens noch zwei Bockholter in Feuerwehruniform gegeben.

Gemeindewehrführer Kai Nagel bezweifelt, dass ein neues Feuerwehrhaus in Bujendorf weniger kostet als neue Fahrzeuge für Fassensdorf und Gömnitz. Die Beispiele Zarnekau und Gothendorf zeigten außerdem, dass ein neues Einsatzfahrzeug auch neues Leben in die Wehren bringe und die Motivation fördere.

Und genau das sieht Edwin Schultz für Fassensdorf bedroht, wenn die Wehr kein neues Auto bekommen sollte. Schultz kompromisslos: „Bei uns wird kein gebrauchtes Auto aus Bujendorf in die Garage gestellt. Das wäre gegenüber dem jetzigen Zustand keine Verbesserung.“

Brüskiert fühlt sich Schultz auch durch die Tatsache, dass erst vor wenigen Tagen von der Gemeindevertretung ein Sperrvermerk für ein neues Fahrzeug für Fassensdorf aufgehoben worden war, das aber offensichtlich schon wieder nicht mehr gelten solle. „Was sollen wir denn dann noch glauben?“

Im Übrigen sei er überzeugt, dass der Schlag gegen die Fassensdorfer Wehr keine sachlichen Gründe habe, sondern persönliche: „Es gibt einen Gemeindevertreter in der CDU-Fraktion, der vor Zeugen gesagt hat, dass er etwas gegen mich hat.“

zur Startseite

von
erstellt am 04.Feb.2014 | 00:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen