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Heimische Konfliktpflanze : Mit Schmetterlingsraupen gegen das giftige Jakobskreuzkraut

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Mit seinen leuchtend gelben Blüten ziert es die Weiden, doch Landwirte und Imker empören sich über das giftige Kraut.

Süsel | Mit Schmetterlings-Raupen wollen Wissenschaftler das Jacobskreuzkraut (JKK) bekämpfen. Die nur wenige Zentimeter großen, orange-schwarz geringelten Raupen des Blutbären-Schmetterlings (Tyria jacobaea) fressen ausschließlich die gelb blühende Wildpflanze, sagte Thomas Voigt von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Im Rahmen des Projektes „Regulierung von Massen-Vorkommen des Jakobskreuzkrautes durch natürliche Antagonisten“ werden insgesamt 2750 Raupen im ganzen Land an zehn verschiedenen Standorten ausgesetzt. 500 davon kommen am Freitag nahe Süsel auf eine Fläche der Stiftung Naturschutz. Das Projekt soll den Fraß-Erfolg der Raupen messen.

Das JKK ist giftig und kann, wenn es in größeren Mengen gefressen wird, auch zum Tod führen, sagte Thomas Voigt: Weidetiere fressen die Pflanze jedoch kaum, da sie abscheulich bitter schmeckt. So gehören bei der Stiftung Naturschutz potenzielle Vergiftungsfälle durch JKK bis heute zu den absoluten Ausnahmefällen. Problematisch für das Vieh ist nur, wenn JKK getrocknet im Heu oder der Silage untergemischt ist: Weil beim Trocknen der bittere Geschmack verloren geht, nicht jedoch die Giftigkeit, erklärte Voigt.

Das Kraut ist nicht aus fernen Ländern eingeschleppt, sondern eine alte, heimische Pflanze. In historischen Aufzeichnungen ist zu finden, dass der Bestand immer wieder fast völlig zusammenbricht, bevor es Jahrzehnte später erneut zu einer Massenverbreitung kommt. In Schleswig-Holstein begann in den 1990er Jahren eine extreme Verbreitung des JKK. Die Gründe sind unbekannt.

Vielleicht will die Pflanze mit seiner zeitlich weit gespannten Häufigkeitsamplitude seinen Fressfeinden ein Schnippchen schlagen, heißt es auf der Homepage des NABU: „So war der Blutbär, ein Schmetterling, dessen Raupen Jakobskreuzkrautbestände massiv schädigen können, infolge des jahrzehntelangen weitgehenden Fehlens seiner Nahrungspflanze fast ausgestorben.“

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erstellt am 07.Jul.2017 | 08:11 Uhr

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