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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 18:02 Uhr

Mit Nummernschildern geflüchtet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

35-Jähriger baut kuriosen Unfall, sucht mit Kennzeichen unter dem Arm das Weite und kassiert dafür Geldstrafe in Höhe von 1050 Euro

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Der Verdacht, dass der 35-Jährige zum Tatzeitpunkt unter erheblichen Einfluss von Alkohol stand, lag bei einem Blick auf die Anklageschrift nahe. Dem Mann aus Holstendorf wurde vorgeworfen, am 7. Mai 2013 in Gnissau einen Verkehrsunfall verursacht und anschließend mit den Kennzeichen seines demolierten Autos geflüchtet zu sein. Gestern musste er sich vor dem Amtsgericht Eutin verantworten.

Laut Staatsanwaltschaft befuhr der Angeklagte gegen 2.20 Uhr die Kirchstraße, in der er in einer Linkskurve plötzlich die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Er prallte dann gegen einen Baum, der wiederum durch die Wucht des Aufpralls umfiel und das Fahrzeug des
Küchenbauers auf die Fahrerseite katapultierte. Lenkunfähig rutschte der Wagen gegen ein am Fahrbahnrand parkendes Auto und verursachte hier einen Schaden in Höhe von 7000 Euro.

Statt nun jedoch die Polizei zu alarmieren, kam es beim Angeklagten zu einer folgenschweren Kurzschluss-Reaktion. Er kletterte mühsam über die Beifahrertür ins Freie und entfernte die Kennzeichen seines Autos. Als ihn der Besitzer des beschädigten Fahrzeugs zur
Rede stellen und festhalten wollte, flüchtete der Beschuldigte. Leicht verletzt versteckte er sich für einige Stunden im Grünen, ehe er sich am Morgen von einem Bekannten abholen ließ.

Vor Gericht zeigte er sich
in vollem Umfang geständig: „Es tut mir alles unendlich leid.“ Er erklärte, bei einem Blick auf das Autoradio die Kontrolle über seinen Wagen verloren zu haben und anschließend aus Angst um seinen Führerschein geflüchtet zu sein. „Ich bin beruflich auf ihn angewiesen und habe Schulden“, führte er fort. Richter Otto Witt hakte trotz des Geständnisses noch einmal nach. Für ihn liege der Verdacht nahe, dass der Angeklagte betrunken unterwegs war. „Ich war nicht
alkoholisiert und stand unter keinen Drogen“, beteuerte dieser daraufhin. Eine Aussage, die später auch der Geschädigte nicht widerlegen konnte.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten schließlich zu einer Geldstrafe in Höhe von 1050 Euro. Witt hielt ihm zu Gute, dass er ein umfassendes Geständnis ablegte und auch sonst einen geläuterten Eindruck machte. Er könne nicht ausschließen, dass der Mann tatsächlich aus einer Panik heraus geflohen sei. Auch das stümperhafte Vorgehen des Angeklagten, der bei der Flucht seine kompletten Papiere im Fahrzeug ließ, machte nicht den Eindruck einer durchdachten Aktion. Seinen Führerschein, der nach dem Unfall eingezogen worden war, erhielt der Verurteilte noch im Gerichtssaal zurück.

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