Verwaltungsstrukturreform : Mit mehr Zeit zu neuen Strukturen

Gaben Auskunft in Bösdorf: Maik Petersen und Manuela Söller-Winkler. Im Hintergrund moderierte Bösdorfs Bürgermeister Joachim Schmidt.  Foto: michael kuhr
Gaben Auskunft in Bösdorf: Maik Petersen und Manuela Söller-Winkler. Im Hintergrund moderierte Bösdorfs Bürgermeister Joachim Schmidt. Foto: michael kuhr

Die Gemeinde Bösdorf ist am Dienstagabend den ersten Schritt einer objektiven Information über die möglichen Wege einer Verwaltungsstrukturreform gegangen.

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26. November 2009, 10:13 Uhr

bösdorf | Vor etwa 60 Zuschauern informierten mit Manuela Söller-Winkler und Maik Petersen zwei Vertreter aus dem Innenministerium über Möglichkeiten des Zusammenkommens von Amt Großer Plöner See und Stadt Plön. Das Ergebnis vorweg: viele wollten den zeitlichen Druck aus der Sache nehmen und bis 2013 Zeit haben. Amtsvorsteher Martin Leonhardt will das bei der nächsten Sitzung des Amtsausschusses am 15. Dezember vorbringen.

Die Ministerialdirigentin Manuela Söller-Winkler ist Leiterin der Abteilung für kommunale Angelegenheiten und Landeswahlleiterin, Ministerialrat Maik Petersen ist Leiter des Referats kommunales Verfassungsrecht im Innenministerium. Beide waren nicht nach Bösdorf gekommen, um eine Lösung zu präsentieren. Sie sahen sich als unabhängige Moderatoren, die den Beratungsbedarf in Bösdorf decken wollten.
Die Stadt Plön könne auch hauptamtlich weitergeführt werden
So stellte Maik Petersen verschiedene Modelle vor: die Amtslösung, die Verwaltungsgemeinschaft und die formlose Kooperation. Bei der Amtslösung, dem vom Amt favorisierten Modell, übernehme das künftige Amt die Verwaltung unter der Leitung eines Amtsdirektors. Mit der Folge, dass Bosau und Plön ehrenamtlich zu verwalten seien. Die Amtszeit von Plöns hauptamtlichem Bürgermeister ende mit seiner Wahlzeit. Raum und Platz gebe es für einen Gemeindedezernenten, der ab 4000 Einwohnern möglich sei.

Die Stadt Plön könne mit einer Ausnahmegenehmigung auch hauptamtlich weitergeführt werden. Fest stehe, dass dann die Amtszeit des hauptamtlichen Bosauer Bürgermeisters ausläuft. Der Amtsausschuss werde um Plöns Bürgermeister und zehn weitere Plöner Mitglieder aufgestockt. In Bosau entfalle der Hauptausschuss.
"So geht die Bindung der Gemeinde an das Amt verloren"
Das derzeitige Geschäftsführungsmodell, so Ministerialrat Maik Petersen weiter, kann rein theoretisch fortgesetzt werden. Das gehe auch gemeinsam mit Plön, einem ehrenamtlichen Amtsvorsteher und einer hauptamtlich verwalteten Gemeinde Bosau. Nach dem Auslaufen der Amtszeit des hauptamtlichen Bürgermeisters werde die Stelle ehrenamtlich besetzt. Der Amtsausschuss vergrößere sich um die Plöner Abgeordneten. Sollte Plön die Amtsgeschäfte übernehmen, so Petersen weiter, behalte Plön seinen hauptamtlichen Bürgermeister, Bosau werde ehrenamtlich verwaltet und der Amtsvorsteher bleibe auch erhalten. Lediglich der Amtsausschuss werde vergrößert.

Dritte Möglichkeit der Zusammenarbeit sei die Verwaltungsgemeinschaft. "Hier gibt es ganz unterschiedliche Formen", sagte Maik Petersen - die Übertragung einzelner Aufgaben oder die Übertragung der Verwaltung auf eine andere Körperschaft. So könnte Plön die Verwaltungsgeschäfte für das Amt Großer Plöner See übernehmen. Das Amt und die Gemeinde Bosau würden ehrenamtlich verwaltet, der Amtsvorsteher bleibe und es gebe keinen Amtsdirektor. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Plön seine Geschäfte auf das Amt übertrage. Es sei aber auch eine lose Kooperation denkbar, wenn einzelne Aufgaben von Gemeinden an eine Verwaltung übertragen würden. Die Gemeinde bleibe Träger der Aufgaben. Es könnten aber auch alle Aufgaben übertragen werden. Schwachpunkt, so Maik Petersen: "So geht die Bindung der Gemeinde an das Amt verloren."

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