Mit Märchen und Kunsthandwerk: Kleines Glück am Dieksee

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19. November 2013, 00:34 Uhr

Es ist Sonnabendnachmittag. Die Parkplätze sind knapp. Rund um das Hotel „Fährhaus“ in Niederkleveez reihen sich bunte Stände aneinander. Kinder tollen herum, Besucher schlendern an bunten Holzhäuschen vorbei. Fährhausbetreiberin Anja Benthin hat unter dem Titel „Dieksee-Glück“ ein vielfältige Programm für das Wochenende zusammengestellt.

An den meisten Ständen sitzen Kunsthandwerker aus der Region, die Produkte anbieten. Eine von ihnen ist Karin Paprzik aus Plön. Aus gesammeltem Treibholz fertigt sie abstrakte Objekte an. „Ich warte immer, bis es auf dem Großen Plöner See mal wieder so richtig stürmt. Dann kann ich viel Holz einsammeln“, berichtet die Künstlerin. Karin von Thien stellt aus gefärbtem Glas Lichtobjekte her. „Das Besondere ist die Mosaikoptik“, erläutert von Thien. Das Glas werde in kleine Teile geschnitten und einzeln aufgeklebt. Ihr Atelier befinde sich in Lübeck, für „Dieksee-Glück“ sei sie aber gern nach Niederkleveez gekommen.

Ulrike und Lothar Grönwaldt aus Dannau, die es sich an einem Feuerkorb gemütlich gemacht haben, fühlen sich wohl. „Uns gefällt das hier total gut“, sagt Ulrike Grönwaldt. „Vor allem diese Atmosphäre; es ist fast wie in einem kleinen Weihnachtsdorf.“

Plötzlich ertönt ein Gong. Märchenerzählerin Octavia Kliemt ruft die Kinder zur Erzählstunde in ihr Zelt. „Jedes Kind bekommt seine eigene Geschichte“, verspricht sie, bevor sie den Vorhang zuzieht. Einen Eindruck davon, wie verschieden Menschen „Glück“ definieren, gibt der Stand der Eutiner Gruppe von Amnesty International. Unter der Frage „Was ist Glück?“ sind Antworten von Menschen aus aller Welt aufgelistet. Eine davon: „Glück ist, wenn meine Brüder zur Schule gehen dürfen.“ Sie stamme von einem Jungen aus Afghanistan, berichtet Amnesty-Mitglied Barbara Mensing, die den Stand betreut.

Für Anja Benthin ist die Veranstaltung ein Erfolg. „Wir finden es toll, dass so viele Leute gekommen sind“, freut sie sich. Und hofft, die Besucher ein kleines bisschen glücklicher gemacht zu haben.

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