Schloss Eutin : Mit Knopf im Ohr durchs Museum

Kinder beschäftigt und Eltern begeistert: Christoph und Carola Schlegel mit ihren Kindern Johann, Jakob und Helene gehörten zu den ersten, die die Audioguides ausprobierten. Foto: crs
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Kinder beschäftigt und Eltern begeistert: Christoph und Carola Schlegel mit ihren Kindern Johann, Jakob und Helene gehörten zu den ersten, die die Audioguides ausprobierten. Foto: crs

Besucher des Eutiner Schlosses können sich jetzt mit "Audioguides" durch die Räume führen lassen.

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21. Juli 2011, 10:30 Uhr

Eutin | Was seine Mutter sagt, ist für Jakob Schlegel gerade ziemlich uninteressant. Viel aufregender ist das, was der Audioguide dem Siebenjährigen über die Geschichte des Eutiner Schlosses erzählt.

Die bereits länger angekündigten elektronischen Museumsführer sind da. Mit ihnen werden Besucher durch das Schloss geführt, ohne an einer regulären Führung teilnehmen zu müssen. Mit Kopfhörern auf den Ohren können die Räume auf eigene Faust durchstreift werden. Kleine Schilder weisen darauf hin, dass es zu diesem Zimmer und jenem Exponat einen Text zu hören gibt. In jeweils zwei bis drei Minuten wird Wissenswertes zur Ausstattung, Nutzung oder historischen Zusammenhängen erklärt.

Und auch auf das internationale Publikum hat sich das Schloss eingestellt: Der Guide informiert auf deutsch, englisch und dänisch. Für Kinder gibt es eine besondere Führung. Zwei Kinder, Jonas und Lucie, nehmen ihre Altersgenossen mit auf eine Tour durchs Schloss.

So wie Jakob und seine zwei Jahre jüngere Schwester Helene Schlegel. Mutter Carola Schlegel ist begeistert von den Audioguides. "Jakob beginnt ja langsam, sich für Technik zu interessieren", sagt sie. Bleibe nur abzuwarten, was er von den ganzen Informationen behalte. Die Chancen dazu stehen allerdings nicht schlecht: "Er erzählt uns die ganze Zeit, was er gerade Neues erfahren hat", freuen sich die Eltern. Etwa, dass mehrere hundert Menschen am Bau des Schlosses beteiligt waren.

Begeistert ist auch Aase Clausen. Die 56-jährige Dänin, die mit ihrem Mann Troels Hansen durch das Museum schlendert, freut sich, dass es die Führung in ihrer Sprache gibt. Einen Akzent habe der Sprecher nicht, so ihre Feststellung. Allerdings: "Die Sprache ist sehr korrekt und gewählt", findet Clausen. "So, wie vielleicht unsere königliche Familie sprechen würde."

Für Museumsleiterin Dr. Juliane Moser beginnt mit den Audioguides eine neue Epoche für die Stiftung Schloss Eutin. "Nach wie vor sind geführte Rundgänge mit Museumspersonal möglich. Es ist aber auch spannend, sich einen ersten Eindruck mit Hilfe der neuen Technik zu verschaffen", so Moser. Sie gibt zu, dass sie den Audio guides mit gemischten Gefühlen entgegensah: "Einen Text zu verfassen und ihn dann gedruckt zu sehen, ist das eine. Ihn dann aber noch als Grundlage von gesprochenem Wort zu hören, ist noch eine ganz andere Erfahrung." Aber bisher kommen die Guides - und deren Texte - bei den Gästen gut an.

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