Jugendhandball : Mit „Huh!“ auf den neunten Platz

Entschlossen wie die Original-Isländer stellten sich E-Jugendhandballer der HSG Holsteinische Schweiz bei der Mini-Weltmeisterschaft in Owschlag zum Mannschaftsfoto.
Entschlossen wie die Original-Isländer stellten sich E-Jugendhandballer der HSG Holsteinische Schweiz bei der Mini-Weltmeisterschaft in Owschlag zum Mannschaftsfoto.

E-Jugendhandballteam der HSG Holsteinische Schweiz erreicht bei der Mini-Weltmeisterschaft in Owschlag die Endrunde.

shz.de von
07. Januar 2019, 19:37 Uhr

Für einige Nachwuchshandballerinnen war nach der Vorrunde Schluss. Bei der Mini-Weltmeisterschaft packten sie schon etwas früher die Sporttaschen. Der Grund war verständlich, denn sie hatten Karten für die echte deutsche Männer-Nationalmannschaft, die in Kiel im Testspiel für die WM der Großen 28:13 gegen Argentinien gewann. Die acht- bis zehnjährigen Handballerinnen und Handballer der HSG Holsteinische Schweiz bewiesen derweil, wie weit es Island im Turnier bringen kann, sie belegten den achten Platz.

Ausrichter der kleinen WM war die Handballgemeinschaft Owschlag-Kropp-Tetenhusen. Die E-Jugend-Mannschaft der HSG Holsteinische Schweiz reiste mit Trainerin Julia Gelhardt und Luca Militzer, der bei der HSG sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert, und vielen Eltern zur Weltmeisterschaft im Mini-Format. Dabei vertrat das Ostholsteiner Team die kleine aber erfolgreiche Handball-Nation Island. „Unsere Kinder wurden extra mit T-Shirts ausgestattet; mit Island-Fahne und isländischem Namen“, sagte Gelhardt. Sie war nicht nur von ihrem Team, sondern auch von den Eltern begeistert, die auf der Tribüne laut das „Huh!“ anstimmten und ihren Nachwuchs so lebensecht anfeuerten.

In der Vorrunde wurden fünf Spiele gespielt, von denen die HSG Holsteinische Schweiz nur gegen die HSG Tarp-Wanderup verlor, die für Bahrein in der Endabrechnung die Bronzemedaille gewann. Als Gruppenzweiter, punktgleich mit dem Ersten, ging es weiter – jedoch nicht mit allen Spielerinnen und Spielern. „Nach Abschluss der Vorrunde mussten unsere beiden Torhüter Hanna Brinckmann und Nils Holland sowie unser Spielgestalter Kjell Suhr das Turnier verlassen, da sie Eintrittskarten für die echte Deutsche Nationalmannschaft in Kiel hatten“, berichtete Julia Gelhardt. „Das hat die Mannschaft natürlich deutlich geschwächt, aber auch andere Mannschaften waren davon betroffen.“ Mia Rönnpag und Jolina Aßmann sprangen als Torhüterinnen ein und machten ihre Sache gut. In den Platzierungsspielen gab es jedoch nicht mehr viel zu gewinnen für die HSG-Handballer. Neben technischen Fehlern und Fehlwürfen hätten sich die Trainingsdefizite der Weihnachtspause bemerkbar gemacht. „Auch war eine körperliche Überlegenheit bei den Gegnern zu erkennen, die meine Kids in Ehrfurcht erstarren ließ“, sagte Gelhardt.

Letztlich wurde ihr Team Achter von neunzehn teilnehmenden Mannschaften und war damit zufrieden. „Wir hatten ganz viel Spaß“, sagte Julia Gelhardt. Sie freute sich besonders über die „tollen“ Eltern, die ihre Kinder prima unterstützt hätten. Turniersieger ist der MTV Lübeck geworden, der als Frankreich antrat. Frankreich: Ebenfalls ein Titelanwärter für die echte Weltmeisterschaft.

Ob die Mini-WM in Owschlag zu einem Handball-Orakel für die WM wird, die ab Donnerstag in Dänemark und Deutschland gespielt wird, wird sich zeigen.

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