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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 08:55 Uhr

Mit gutem Beispiel vorangegangen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Landrätin Stephanie Ladwig lässt sich gegen Grippe impfen / Leiter des Gesundheitsamtes gibt Entwarnung in Sachen Nebenwirkungen

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2014 | 14:54 Uhr

Stephanie Ladwig ist nun mit gutem Beispiel vorangegangen und hat sich im Gesundheitsamt der Kreisverwaltung von einem der Ärzte, Michael Koeppen, gegen die Grippe impfen lassen: „Die jährliche Impfung ist bei mir fest im Terminkalender vorgemerkt“, sagte die Landrätin des Kreises Plön. Es sei die beste Möglichkeit, sich und andere gegen eine Grippe zu schützen. „Ich hoffe, dass viele Bürger sich auch über eine Impfung informieren und impfen lassen. Denn jetzt ist der optimale Zeitpunkt für die Grippeimpfung“, sagte Ladwig.

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Josef Weigl, nutzte die Gelegenheit, um gleich mit weiteren Vorurteilen im Zusammenhang mit der Grippeimpfung aufzuräumen. „Häufig wird die Frage gestellt, ob die Impfung eine Grippeerkrankung auslösen kann“, sagte Weigl. Das sei allerdings ausgeschlossen. „Die übliche jährliche Grippeimpfung mit inaktiviertem Impfstoff enthält keine vermehrungsfähigen Viren und kann daher keine Grippeerkrankung hervorrufen“, so der Mediziner weiter. Die Beschwerden, die nach der Impfung entstehen, würden mit zwei Umständen zusammenhängen: Zum einen werde
in der Erkältungssaison ge-impft, so dass es passieren kann, dass Geimpfte zufällig zeitgleich eine Erkältung bekommen und die Impfung dafür verantwortlich machen. Zum anderen können nach der Impfung Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen auftreten. Hierbei handele es sich um unspezifische Impfreaktionen, die in der Regel nach wenigen Tagen wieder abklingen, so Weigl.

Eine echte Virusgrippe (Influenza) sei eine potentiell wesentlich ernstere Erkrankung als eine einfache Erkältung, die irrtümlicherweise manchmal „Grippe“ genannt wird, erklärt Weigl. Jedes Jahr in den Wintermonaten werden durch die Grippe zwei bis fünf Millionen Arztbesuche in Deutschland notwendig und es sind vor allem ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen, Kleinkinder und Schwangere, die wegen einer Influenza ins Krankenhaus müssen. Aus diesem Grund sollten Personen aller Altersgruppen mit chronischen Erkrankungen und Menschen im Lebensalter über 60 Jahre geimpft werden, rät Weigl.  Auch Schwangeren wird eine Impfung empfohlen, denn sie haben ein erhöhtes Risiko für Krankenhauseinweisungen und Komplikationen bei einer Grippe. Die Impfung hat dabei eine doppelte Wirkung: Auch das Kind profitiert, während der Grippesaison, vom Impfschutz der Mutter auch über den Zeitpunkt der Geburt hinaus. Das Robert Koch-Institut empfiehlt zudem eine Impfung für medizinisches Personal, um Patienten zu schützen sowie für Menschen, die in Bereichen mit häufigem Publikumsverkehr arbeiten.

Laien und auch Ärzte wissen meist nicht, dass die Grippeimpfung auch in nennenswerten Umfang Schlaganfälle und Herzinfarkte in der Bevölkerung verhindert, so von Weigl. Diese Effekte können meist nur in wissenschaftlichen Untersuchungen bewiesen werden, weil insgesamt bei Erkrankungen, nicht nur der Atemwege, viel zu wenig an Grippe gedacht wird und zu selten überhaupt diagnostische Anstrengungen unternommen werden. So bleibe die Grippe in vielen Kliniken „unsichtbar“ und Weigl kann aus eigenen wissenschaftlichen und praktischen Untersuchungen reihenweise Krankheitsbeispiele anführen, bei denen kein Krankenhausarzt überhaupt an eine Grippe gedacht hätte. So bleibe der Mehrwert der Impfung für Ärzte und Laien unsichtbar.

Bei Kindern sei die Situation mit der Impfung anders. Für sie stehe seit zwei Jahren ein Lebendimpfstoff zur Verfügung, der nur noch in die Nase gesprüht wird und den Vorteil hat, die natürliche Infektion nachzuahmen. Die USA empfehlen seit drei Jahren alle Menschen älter als sechs Monate gegen Grippe zu impfen, unabhängig davon, ob sie eine chronische Krankheit haben, die eine Grippe weniger leicht überwinden lässt als beim ansonsten Gesunden, oder nicht, sagt Weigl.

Landrätin Ladwig resümierte zumindest nach ihrer Impfung: „Ein kleiner Pieks, der das Risiko verringert, überhaupt zu erkranken oder schwere Komplikationen zu erleiden.“

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