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Geschwindigkeit im Datennetz : Mit Funktechnik flinker ins Internet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Neuer Sendemast am Bungsberg verbessert das Surfen auf der Daten-Autobahn.

„Wir steigen hier jetzt vom Fahrrad ins Auto.“ Mit diesen Worten illustrierte Schönwaldes Amtsvorsteher Peter Zink am Donnerstagnachmittag den Fortschritt, den ein neuer Funkturm am Bungsberg für die Internetversorgung in Ostholstein bedeutet. Mit der rund 100 000 Euro teuren Investition schließt der Zweckverband Ostholstein eine Lücke im kreisweiten Datennetz.

Für die Bürger im Umkreis von bis zu 15 Kilometern soll es nun schneller ins Internet gehen – doch niemand sollte erwarten, dann gleich mit Formel-1-Tempo auf der Daten-Autobahn unterwegs sein zu können. „Die Funktechnik ist nur eine Übergangslösung. Aber sie ist besser als gar keine. Denn ob die Breitbandversorgung bis 2030, wie es das Land plant, tatsächlich über all im ländlichen Raum angekommen sein wird, das sehe ich noch nicht so recht“, sagte Zink.

Ähnlich skeptisch zum Tempo, mit dem blitzschnelle und hohe Datenmengen transportierende Glasfaserkabel in Ostholstein flächendeckend verlegt werden könnten, äußerte sich Schönwaldes Bürgermeister Hans-Alfred Plötner: „Bevor der Kreis alle Grundstücke angeschlossen hat, hat uns der Turm hier längst überlebt.“

Es waren aber auch für diese Verbesserung der ländlichen Infrastruktur mehrere langwierige Standort-Anläufe notwendig, bis der 40 Meter hohe Sendemast am Bungsberg auf einem Grundstück der Mönchneversdorfer Familie Schnoor gestern in Betrieb ging. Dass dafür die ZVO Energie GmbH die Initiative ergriff, begründete Geschäftsführer Rüdiger Lange-Jost mit dem Eigenbedarf: „Wir brauchen ein gut funktionierendes Internet für die Steuerung unserer technischen Anlagen im gesamten Kreisgebiet.“ Nützlicher Nebeneffekt sei die Möglichkeit, dass damit auch Einwohner kleiner Dörfer einen besseren Zugang zum Internet erhielten. Lange-Jost stellte aber auch klar, dass sein Unternehmen nicht die Aufgabe habe, eine kreisweite Lösung für alle zu schaffen.

Den entsprechenden Datentransport hat die in Nordrhein-Westfalen ansässige Innofactory GmbH übernommen. Das Unternommen betreibt bereits Funkmasten bei Heiligenhafen, am Trenter Berg bei Plön, Ahrensbök (Wasserturm), in Sierksdorf (ZVO-Gebäude) und in Neustadt (Müllheizkraftwerk). Knapp 700 Kunden landesweit nutzen das Angebot bisher.

„Mit unserer Richtfunktechnik kann der Großteil der in den Gemeinden Ostholsteins lebenden Personen auf schnelle Bandbreiten von bis zu 3 Mbit/s oder bis zu 6 Mbit/s im Download zurückgreifen“, betonte Vertriebsleiter Thomas Matthes. Interessenten benötigten lediglich das durch Innofactory bereitgestellte Hardware-Paket; je nach Anspruch und Zahlungswille seien verschieden schnelle Internet-Verbindungen möglich.

Informationen zur Verfügbarkeit, den Leistungen und zu den Tarifen unter www.LNet.net oder telefonisch unter 0291/1208980.










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erstellt am 20.Sep.2013 | 07:00 Uhr

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