Plön : Mit EVA zurück in Arbeitsmarkt

Drei, die von AWO-Coach Bettina Pukas (links) wieder in Arbeit gebracht wurden trotz Kinder: (von links) Denny Berndt, Annika Voigt und Christine Borchardt.
Drei, die von AWO-Coach Bettina Pukas (links) wieder in Arbeit gebracht wurden trotz Kinder: (von links) Denny Berndt, Annika Voigt und Christine Borchardt.

Ein neues Projekt der Awo zeigt vielversprechende Erfolge / Nur zu oft scheitert die Arbeitssuche an den wenig flexiblen Arbeitszeiten

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29. März 2019, 14:02 Uhr

Für Denny (34), und Christine (36), ist der kommende Montag (1. April) ein ganz besonderer Tag. Denn heute treten sie ihren neuen festen Job bei ihrem Arbeitgeber an. Die dritte im Bunde, Annika (46), ist schon in Arbeit – wieder. Denn für sie ist es nicht selbstverständlich, dass Alleinerziehende mit Kindern einen Job finden, bei dem sie Arbeit und Kinder in Einklang bringen können. Diese Erfahrung haben alle drei gemacht, sagt der Coach des AWO-Projektes „EVA“ (Eingliederung von Alleinerziehenden), Bettina Pukas in Plön.

Nur zu oft scheitert die Arbeitssuche an den wenig flexiblen Arbeitszeiten oder daran, dass keine Kinderbetreuung zur Verfügung steht. EVA soll den Alleinerziehenden bei eben diesem Problem helfen. Und tut das mit sichtbarem Erfolg. Von den bisher 32 Kursteilnehmern fanden schon 20 eine sozialversicherungspflichtige Arbeit.

Christine Borchardt aus Schwartbuck hat 15 Jahre als Steuerfachangestellte gearbeitet, war dann fünf Jahre arbeitslos. „Arbeitgeber wollten immer nur Vollzeitkräfte mit acht Stunden“, sagt sie. Dank EVA lernte sie, wie man sich erfolgreich bewirbt, ab Montag arbeitet sie in der Buchhaltung der Gemeinde Blekendorf. So auch Denny Berndt aus Plön. Zwölf Jahre lang arbeitete er in Dänemark, kam dann zurück nach Deutschland mit seiner dänischen Freundin, die aber wieder zurück ging und den dreijährigen Sohn lieber beim Vater ließ. Dabei fiel er „quasi in ein Loch“, war verzweifelt. Auch ihn konnte EVA wieder aufbauen und bei der Jobsuche helfen. Montag fängt er in einem Plöner Betrieb als Schweißer an.

Annika Voigt hat vier Kinder, die beiden Ältesten sind schon aus dem Haus. Nach der Ausbildung wurde sie erstmals schwanger, es folgten immer wieder neue Jobs. „Je jünger die Kinder sind, desto schwieriger ist es, sie unterzubringen, wo lasse ich mein Kind?“ Dank der Zusammenarbeit von Jobcenter und Awo hat sie nun neue feste Arbeit als Altenbetreuerin in Wattenbek. „Früher war alles einfacher auf dem Land, man stellte sich vor und bekam einen Job“, sagt sie, die selbst wegen der Kinder viele Absagen bekam.

Durch verschiedene Coaching-Maßnahmen werden Frauen und Männer ab 25 Jahren durch EVA nun „auf den Weg gebracht“, sagt Awo-Coach Bettina Pukas. „Die Arbeitssuchenden werden vom Jobcenter und EVA Schritt für Schritt begleitet“, ergänz Doreen Nickel für das Jobcenter Plön. Weil gerade hier im ländlichen Bereich Entfernungen eine Rolle spielen gibt es nun sogar auch eine EVA-Zweigstelle in Heikendorf. „Entscheidend ist, dass die Betroffenen auch wirklich den Wunsch haben, sich weiter zu entwickeln.“

Im Rahmen des Projektes, das Gespräche sowie Unterstützung bei Bewerbungen und Beantragung von Fördermöglichkeiten vorsieht, werden zunächst die Stärken, Schwächen und Wünsche der Teilnehmer herausgearbeitet. Dann gibt es Hilfe bei der Arbeitssuche und vor allem bei der Kinderbetreuung.

Bei den Beschäftigungen, oft in Teilzeit, sind kreative Wege gefragt. „Das alles muss unter einen Hut gebracht werden“, sagt Bettina Pukas. Und bei Problemen oder Fragen am Arbeitsplatz ist man deshalb auch dabei: „Frauen leiden oft unter Ängsten, zu versagen, vor Mobbing oder auch, den Kindern nicht mehr gerecht werden zu können.“ Ziel der Maßnahme ist damit nicht nur die Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt, sondern vielmehr auch die persönliche Weiterentwicklung der Teilnehmer.

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