Eutin : Mit einem Kult-Boot unterwegs

Schon James Bond fuhr in einem Film so eines – auch Michael Nickel und Rüdiger Dörnte schwören auf ihr Glastron-Boot.
Schon James Bond fuhr in einem Film so eines – auch Michael Nickel und Rüdiger Dörnte schwören auf ihr Glastron-Boot.

Michael Nickel und Rüdiger Dörnte machten altes Glastron-Boot wieder flott. Dabei handelt es sich um eine gesuchte US-amerikanische Rarität.

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26. Mai 2015, 06:00 Uhr

Eutin | Seit einem Jahr ist Michael Nickel gemeinsam mit seinem Freund Rüdiger Dörnte stolzer Besitzer eines Glastron-Bootes – ein Klassiker aus dem Jahr 1979. Die Bootsbaugeschichte der amerikanischen Marke begann 1953. Die markanten Kunststoffboote, die durch ihr eigenwilliges Design auffallen, waren in den 70er und 80er Jahren ein Importschlager aus den Staaten und haben inzwischen Kultstatus erlangt.

Bekanntheit erlangte die Bootsgattung vor allem durch eine Action-Szene im James-Bond-Thriller „Leben und sterben lassen“. Gemeinsam mit Rüdiger Dörte habe er das technisch einwandfreie, aber äußerlich in schlechtem Zustand befindliche Sportboot gekauft und wieder flott gemacht, berichtet Nickel. Seither ist der 53-Jährige Feuer und Flamme für sein Wassergefährt.

Und Nickels Boot ist ein Oldtimer, eine Hammond Cordoba V 1725, 36 Jahre alt. Einen für das gut fünf Meter lange und zwei Meter breite Boot notwendigen Führerschein habe er schon vorher besessen. „Den habe ich in früheren Jahren mal bei der Polizei gemacht“, erklärt Nickel.

Die Touren mit diesem Oldtimer-Boot vermittelten ihm ein besonderes Lebensgefühl. „Es ist wie Cabrioletfahren, eben nur auf dem Wasser und ist noch schöner“, sagt Nickel. Dieses besondere Lebensgefühl teilte Nickel kürzlich mit einer Handvoll weiterer Bootseigner, als er mit Rüdiger Dörnte und Hendrik Schwarten vom Hafen „Marina am Stau“ aus startete und mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 55 Knoten, umgerechnet rund 80 Kilometer pro Stunde, über die Ostsee brauste. Die Ausfahrt mit den anderen Glastron-Oldtimern bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein führte entlang der Ostseeküste über Niendorf bis nach Neustadt. Das Ausfahren im Pulk mit Anderen habe das „gewisse Etwas“, vermittle fast familiäre Gefühle, strahlt Nickel.

Der besondere Vorteil an diesen Sportbooten sei, dass sie auf einem Trailer stehen. „Dadurch können wir überall hin, wo große Treffen von Glastron-Booten stattfinden. Und kurzfristig kann man alleine Bootstouren unternehmen“, erklärt der Eutiner. Solche Begegnungen im großen Rahmen finden regelmäßig in Neu Darchau an der Elbe, aber auch in Holland, Berlin und Paris statt, berichtet der Eutiner Polizist.

Das Interesse an diesen Oldtimer-Booten des amerikanischen Herstellers sei groß, für gut erhaltene Boote zahle man deshalb annähernd den Neupreis. Und auch der Benzinverbrauch des 165-PS-Motors mit Reihensechszylinder sei alles andere als sparsam. „Je nach Fahrweise können auch schon mal 20 Liter in der Stunde verbraucht werden“, verrät Nickel. Der Tank des Bootes habe ein Fassungsvermögen von 100 Litern.

„Wer einmal so ein Boot hat, gibt es nicht wieder her“, sind sich Michael Nickel und Rüdiger Dörnte sicher. Beide haben noch eine kleinere Glastron SSV 164, mit der vor zwei Jahren alles begann.

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