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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 15:53 Uhr

Mit Dromedar und Quad in der Wüste

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Es war schon immer einer meiner Träume, die ehemalige deutsche Kolonie Namibia zu bereisen. Es ist ein Land, das ich bisher nur aus Berichten von Freunden, die dort Urlaub gemacht haben, aus Zeitschriften und aus Dokumentarfilmen kannte. Immer hieß es, dass Namibia zu den schönsten Ländern der Welt gehöre. In der Tat waren die Bilder, die ich vor meiner Reise gesehen hatte, sehr beeindruckend.

Da ich ja seit September letzten Jahres einen Freiwilligendienst in Südafrika mache, habe ich die Chance genutzt und für meinen ersten Urlaub einen Flug nach Namibia gebucht. In Vorbereitung auf die neun Tage in Namibia habe ich mir einen Mietwagen organisiert, mir eine Autokarte gekauft und erstmal nur die erste Übernachtung in Windhuk gebucht. Alles andere sollte sich dann vor Ort ergeben.

Auf dem zweistündigen Flug von Johannesburg nach Windhuk – auf der Landkarte sah das näher aus – ist mir wieder bewusst geworden, wie groß Afrika doch ist. Kurz vor der Landung auf dem Hosea Kutako International Airport habe ich erfolglos versucht, die Stadt zu finden, stattdessen weit und breit nur karge Landschaft. Der Flughafen ist mitten im Nirgendwo.

In Windhuk wurde ich schließlich von einem zuvorkommenden älteren Ehepaar in Empfang genommen. Die Unterkunft hatte ich über eine Internetseite gefunden, auf der Privatleute einen Teil ihres Zuhauses an Gäste vermieten. Nach einer sehr angenehmen Begrüßung mit kühlen Getränken haben mir beide geholfen, eine Reiseroute auszuarbeiten.

Gleich am nächsten Tag bin ich mit dem Mietwagen weiter in die kleine, verschlafene Gemeinde Omaruru gefahren. Mein Ziel war, am nächsten Tag einen Ausflug zum Brandberg zu machen.

In meiner Lodge habe ich drei Namibier kennengelernt, die mir vorgeschlagen haben, mich bei meinem Ausflug am nächsten Tag zu begleiten. Einer von ihnen ist nahe dem Brandberg aufgewachsen und kannte sich gut aus in der Gegend. Am nächsten Morgen sind wir also zu viert mit dem Auto erst in die ehemalige Minenstadt Uis und anschließend zum Brandberg gefahren.

Ich war ganz froh, nicht alleine unterwegs zu sein. Den größten Teil der Strecke mussten wir auf unbefestigter Straße zurücklegen. Viele Straßen in Namibia sind nicht befestigt, deshalb sollten auch immer zwei Reserveräder mitgeführt werden. Vor allem sind die weiten Strecken zwischen den Siedlungen sehr wenig befahren, und das Mobiltelefon hat häufig keinen Empfang. Deshalb empfiehlt es sich, vor Einbruch der Dunkelheit zurück zu sein.

Uis hatte etwas von einer Geisterstadt. Viele zerfallene Häuser, kaum Einwohner. Nachdem wir uns die alte Mine angeschaut haben, sind wir zum Brandberg gefahren. Als wir ankamen, wurde uns gesagt, dass wir Glück hätten, da das Gebiet noch eine Woche zuvor geschlossen war, weil Elefanten durchzogen. Bei unser Führung durch den Brandberg bis zu den Felsmalereien mit der White Lady waren deren Hinterlassenschaften noch deutlich sichtbar. Es ist Vorschrift, dass das Brandbergmassiv nur mit einem Führer betreten werden darf. Das soll zum einen die Sicherheit der Besucher gewährleisten, zum anderen die lokale Wirtschaft stärken.

Am nächsten Tag stand Swakopmund auf meinem Plan. Auf dem Weg habe ich einen Abstecher zur Spitzkoppe, dem „Matterhorn Namibias“, gemacht. Auch dort gab es wieder einen obligatorischen Führer, ohne den das Gelände mit Felsmalereien und einem kleinen Wildpark nicht betreten werden darf. Im Jahr 2006 hat Roland Emmerich hier Szenen seines prähistorischen Abenteuerfilmes „10  000 B.C.“ gedreht.

Je mehr ich mich Swakopmund näherte, umso spärlicher wurde die Vegetation. In der Stadt bot sich mir das Bild von dem Atlantischen Ozean auf der einen und die Namibwüste auf der anderen Seite. Ein einzigartiger Anblick. Unterkunft fand ich in Langstrand, ein kleiner Ort zwischen Swakopmund und Walvis Bay. Hier haben schon Brad Pitt und Angelina Jolie Urlaub gemacht.

Ich bin zwei Nächte in Langstrand geblieben. Am ersten ganzen Tag habe ich eine kurze geführte Tour auf einem Kamel durch die Wüste unternommen. Vor allem bergab war es sehr wackelig. Da ich gerne ein bisschen weiter in die Wüste hinein wollte, wir mit den Kamelen aber nicht wirklich weit gekommen waren, habe ich mich entschlossen, noch mal mit einem Quad durch die Wüste zu fahren. Das war eine großartige Erfahrung.

Am Vormittag vor meiner Rückreise nach Windhuk habe ich an einer Hafenrundfahrt auf einem Katamaran teilgenommen. Während auf dem Schiff unter anderem frische Austern mit Champagner serviert wurden, konnten wir Seehunde, Pelikane und Delfine beobachten. Ein sehr schöner Ausklang für meine Tage in Swakopmund.

Da ich gleich am ersten Tag nach meiner Ankunft in Windhuk die Stadt schon wieder verlassen hatte, schaute ich mir die Hauptstadt Namibias zum Ende der Reise noch einmal näher an. Vor allem die deutsche Kirche, ein Wahrzeichen der Stadt, hat es mir mit ihrer Pracht angetan.

Eine völlig neue Erfahrung durfte ich in einem Restaurant mit traditionellen Gerichten in Katatura, einem Township bei Windhuk, machen. Dort habe ich das erste Mal Omagungu gegessen und dazu ein traditionelles alkoholfreies Bier getrunken. Omagungu sind Würmer. Ich muss gestehen, dass ich es nicht schaffte, alle Würmer aufzuessen.

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von
erstellt am 17.Mär.2016 | 11:44 Uhr

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