Mit Deutschkenntnissen auf dem Weg in die Arbeitswelt

Voller Optimismus blicken die Absolventen des Sprachkurses und ihre Dozenten in die Zukunft.
Voller Optimismus blicken die Absolventen des Sprachkurses und ihre Dozenten in die Zukunft.

shz.de von
04. Juli 2018, 00:38 Uhr

Damit sich Menschen aus Ländern wie Eritrea und Syrien leichter in die Gesellschaft integrieren können, bietet das Grone-Bildungszentrum regelmäßig Sprachkurse für das Niveau B1 an. Gestern endete der vierte Sprachkurs mit der feierlichen Übergabe von Zertifikaten.

„Viele Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe setzen einen Nachweis für das Niveau B1 voraus“, weiß Dozent Jens Drewitz (57), der seit über 25 Jahren Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. „Ich bin immer wieder beeindruckt davon, mit wie viel Engagement die Schüler in dieser Einrichtung dabei sind“, sagt er. Viele von ihnen seien hochintelligent und könnten bei entsprechender Förderung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auch einen Studienabschluss erreichen.

„Neben den fachlichen Inhalten steht bei unserer Arbeit allerdings auch der zwischenmenschliche Kontakt im Vordergrund. In schwierigen Lebenssituationen stehen wir beratend zur Seite“, ergänzt Jens Drewitz. Seit November haben 23 Männer und Frauen insgesamt sechs Module und die Abschlussprüfung absolviert. Jedes Modul entspricht einem Zeitaufwand von 100 Stunden. 13 Teilnehmer haben das Niveau B1 erreicht. „Das ist für alle Beteiligten ein großer Erfolg“, betont Jens Drewitz. Auch Mohamed Hammad (29) aus Dubai hat den Kurs bestanden. Er habe die Lehrveranstaltungen mit seinem eigenen Ersparten finanziert, berichtet Annette Först, die im Bildungszentrum die Verwaltung leitet. „In meiner Heimat habe ich Deutsch und Englisch studiert“, so der junge Mann. Als seine Frau, eine Eutinerin, die beruflich in Dubai war, jedoch schwanger wurde, habe er sich dazu entschlossen, mit ihr nach Deutschland zu gehen. „Die Gesetze in Dubai sind anders als hier. Wenn eine Frau schwanger wird, wird sie entlassen“, erklärt er. Er wolle weiterhin am Bildungszentrum bleiben und die Mitarbeiter als Dolmetscher unterstützen. „Er hat bereits eine Bewerbung eingereicht und wir bemühen uns um die notwendigen Zulassungen“, fügt Annette Först hinzu. „Oft gibt es bei der Anmeldung große sprachliche Barrieren, die wir mit seiner Hilfe wesentlich schneller überwinden könnten“, ist sie sich sicher.

Lemkem Gerezgher aus Eritrea hofft ebenfalls auf eine Zukunft in Deutschland. „Ich würde nach der bestandenen Prüfung gerne eine Ausbildung zur Friseurin machen“, verrät die 32-Jährige, die mit einem Boot über das Mittelmeer nach Europa gekommen ist.

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