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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 00:14 Uhr

Mit den Künstlern mal anders im Gespräch

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Besucher genossen den intensiven und persönlichen Austausch bei den Tages des offenen Ateliers bei Kaffee und Kuchen – und vor allem entspannt

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2016 | 00:51 Uhr

Zwei Tage lang öffneten 48 Künstler in der Holsteinischen Schweiz und darüber hinaus ihre Ateliers für Besucher. Der rote Stuhl am Straßenrand wies den Kunstinteressierten den Weg. Das Publikum reichte von gehetzten Galeristen, die versuchten in den wenigen Stunden möglichst jeden Künstler besucht zu haben, über kunstbegeisterte Laien bis hin zu Freunden der Künstler, die bei herrlichem Sommerwetter aus dem offenen Tag ein kleines Happening machten.

So war es am Sonnabend auf dem Pfarrhof in Schönwalde. Im Schatten alter Birnenbäume hatte Käte Huppenbauer nicht nur ihre Skulpturen aus altem Holz, Ton und Steatit aus der Werkstatt in der alten Pastoratsscheune ins Freie geholt. Ihr Mann Christoph war extra nach Hamburg gefahren, um die Harfenspielerin Jutta Burmester samt sperrigem Instrument nach Ostholstein zu holen. Sie entzückte die Gäste, die bei Kaffee und reichlich Kuchen ihren Klängen lauschten. Käte Huppenbauer rezitierte dazu Texte zur Entstehung einiger ihrer Kunstwerke. Neben vielen Freunden und Bekannten aus dem Ort, darunter auch Flüchtlingsfamilien, genossen auch Birgit Freund und Ute Blümel aus Lilienthal. Nachdem sie im vergangenen Jahr im Kreis Plön unterwegs waren, lagen ihre Ziele, die sie mit Hilfe des Faltblattes der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz ausgewählt hatten, diesmal in Ostholstein. Birgit Freund, die selbst mit Ton arbeitet, nahm sich aus Schönwalde noch ein besonderes Andenken mit. Käte Huppenbauer überließ ihr einen alten Eichenbalken aus dem Kloster Preetz. Sie hatte aus drei Abschnitten, die dort nur Bauschutt waren, Skulpturen gefertigt. Bei Birgit Freund wird das geschichtsträchtige Holz als Sockel für ein eigenes Werk dienen. Nach einigen Ateliers in Eutin hatten die Frauen noch die Wirkungsstätte von Bianka Muß im nahen Stolpe auf ihrer Route.

Dort war die Kasseedorferin Susanne Brunken vor einem Jahr als Besucherin auf die Aktion aufmerksam geworden. Als Bekannte der Künstlerin hatte sie ein paar schöne Stunden bei Bianka Muß verbracht und so den Entschluss gefasst mit ihren selbstgefertigten Stoffpuppen in diesem Jahr an den Tagen des offenen Ateliers teilzunehmen. Anders als auf dem Pfarrhof, wo sich seit elf Uhr die Besucher die Klinke sprichwörtliche in die Hand gaben, zählte Susanne Brunken bis zum Abend nur zehn Einträge in ihrem Gästebuch. Enttäuscht war sie jedoch nicht. Sie habe Kontakte geknüpft und gute Gespräche gehabt. All ihren Gäste hatte sie auch den Pfarrhof als sehenswerte Anlaufstelle ans Herz gelegt. Am Sonntag gab es im Hause Brunken noch ein Extra. Wer sich für die Puppenwerkstatt interessierte, konnte beim Honigschleudern dabei sein und gleich Gläser aus regionaler Produktion mitnehmen.

Ein alter Hase beim den Tagen des offenen Ateliers ist Vera Behrendt aus Schönwalde. Sie öffnet Garage und Garten schon im dritten Jahr für das interessierte Publikum. Was im Faltblatt als „experimentelle Malerei und Kleinskulpturen“ angepriesen wird, ist im wahrsten Sinne des Wortes Kunst „quer durch den Garten“. Die Autodidaktin in Sachen Kunst, wie sie sich selbst bezeichnet, präsentierte in ihrem weitläufigen Garten am Rande Schönwaldes Installationen, Bilder, Collagen und Kimonos. So stand dort ein Nachtschränkchen mit filigranen Zeichnungen aus „Tim und Struppi“, Comics und Knöchelchen als Griffe der Schubladen neben einem japanischen Kleidungsstück, geschneidert aus selbst gefärbten Stoffstücken. Bei Vera Behrendt und Alfred Höwer ging es nicht ganz so lebhaft zu wie auf dem Pfarrhof. Kaffee und selbstgebackene Kekse gab es aber auch. Katharina und Rolf Cremer nahmen sich dazu noch Zeit für ausführliche Gespräche mit den Gastgebern. Die können gerne auch einmal drei Stunden dauern, berichtete Vera Behrendt von den zurückliegenden Jahren. Das Paar aus Grebin, beruflich mit Design befasst, hatte den Tag in Timmdorf begonnen und wollte noch weiter nach Behrensdorf ins „Atelier am Teich“. Sie bedauerten nicht auch noch den Sonntag zu haben, aber der war für den Besuch bei der Cousine reserviert. Sie konnte sich als Geschenk über eine Entdeckung aus dem „Timmdorfer Kunsthaus“ freuen. Die Wetterfahne in Gestalt einer Meerjungfrau mussten die Cremers als Tagesabschluss dort noch abholen.

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