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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 21:09 Uhr

Mit den Großen mitgehalten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eutiner U17-Basketballerinnen scheiden bei norddeutschen Meisterschaften erst im Halbfinale aus

shz.de von
erstellt am 31.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Dass Teamgeist Berge versetzen kann, zeigten die U17-Basketballerinnen der BG Ostholstein. Sie hatten sich in der Eutiner Sieverthalle für die norddeutschen Meisterschaften qualifiziert, rechneten sich gegen die Favoriten aus Hamburg, Niedersachsen und Berlin keine Chancen aus – und schieden in Ahrensburg erst im Halbfinale gegen den SV Halle aus, der gleich fünf Jugendnationalspielerinnen in seinen Reihen hatte.

Beim Qualifikationsturnier in der Sieverthalle hatte das Basketballteam um die Trainerinnen Andrea Höch und Paula Kahmke seiner jüngsten Spielerin einen denkwürdigen 15. Geburtstag beschert. Sie hatte sich am Knöchel verletzt, weil sie umgeknickt war. Nach dem entscheidenden 50:43-Erfolg gegen den SC Rist Wedel schoben die Spielerinnen Lena Fobian in die Halle und gratulierten mit bunten Luftballons. Schon mit der Fahrkarte zur Endrunde nach Ahrensburg hatte niemand gerechnet.

Im Auftaktspiel hatte die BG Ostholstein unbändigen Kampfgeist bewiesen. Die jungen Basketballerinnen kamen gegen den BBC Osnabrück schwer ins Spiel, doch Paula Kahmke, die bei der BG ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte, coachte die Eutinerinnen mit Umsicht und baute die Spielerinnen auch bei einem 20:30-Rückstand immer wieder auf.

Die konsequente Abwehrarbeit hielt die Eutinerinnen im Spiel. Sie hielten den Rückstand in Grenzen, obwohl die Treffsicherheit zu wünschen übrig ließ. Während die BG Ostholstein in den beiden ersten Vierteln im Angriff vor allem mit ihrer Nervosität zu kämpfen hatte, wurden die Osnabrückerinnen ihrer selbst gewählten Favoritenrolle gerecht. „Wir wollen mindestens das Halbfinale erreichen“, hatte das Trainergespann des BBC, Mario Flohre und Jörg Scherz, ausgegeben. Dabei liebäugelten sie sogar mit dem Titelgewinn. Umso überraschter war das Team aus Osnabrück, als sein Vorsprung in der zweiten Halbzeit dahinschmolz. Es waren nur wenige Sekunden zu spielen, als die BG Ostholstein den letzten Wurfversuch nahm – der zum 42:40-Endstand im Osnabrücker Korb landete.

Am Nachmittag ließ der BBC Osnabrück seinen Frust mit einem 55:30-Erfolg gegen die BG 2000 Berlin ab. Am Abend entwickelte sich zwischen den Berlinerinnen und der BG Ostholstein ein knappes Spiel zweier gleichwertiger Teams, an dessen Ende die Berlinerinnen zwar mit acht Punkten Vorsprung gewannen, aber letztlich als Gruppendritte bereits am Sonnabend ausschieden.

In Gruppe A setzten sich derweil die Junior Lions aus Halle mühelos durch. Sie deklassierte den TB Bürgerweise mit 88:30 Punkten und fegten Gastgeber Ahrensburg mit 104:40 förmlich aus der Halle.

Die Eutinerinnen hatten aus den beiden Spielen gelernt. Sie bauten eine konsequente Abwehr auf, die sich nicht überrennen ließ. Letztlich erreichten sie ein 30:68 – in einem Spiel, in dem zwei Basketballwelten aufeinandertrafen. „Das war eine Wahnsinnsleistung. Wir haben gegen Bundesliga und Nationalspielerinnen gespielt, die Leistungssport betreiben. Und wir sind doch nur ein Breitensportverein“, sagte BG-Trainerin Paula Kahmke euphorisch.

Die Teilnahme an der Endrunde der norddeutschen Meisterschaften hat die jungen Sportlerinnen motiviert. Sie nehmen hohe Belastungen auf sich, sammeln bei den Frauen, in der U19, U17 und U15 Wettkampfpraxis, um vielleicht auch 2016 den Sprung zu schaffen. Ihre Trainerin Paula Kahmke wird den Weg ihres Teams aus einiger Entfernung aufmerksam verfolgen, sie absolviert zurzeit eine Ausbildung in der Geschäftsstelle des Bundesligisten HC Leipzig, der national und international im Frauenhandball zur Spitzenklasse zählt.

Sie war im Mai von den Leistungen ihrer Spielerinnen hellauf begeistert: „Nach drei Jahren, die ich die Mannschaft jetzt trainiere, haben wir es endlich zu den norddeutschen Meisterschaften geschafft, und dort sogar ins Halbfinale! Das ist eine Riesenentwicklung von einer Spaß-Mannschaft zu einem Team, das auf so hohem Niveau mit- und gegenhalten kann.“

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