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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 11:46 Uhr

Malente : Mit dem Gespür für guten Käse

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

5. Käseprüfung in der Lehr- und Versuchsanstalt Malente. Fachjury beurteilt dieses Mal knapp 50 im Land hergestellte Käsesorten.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 13:54 Uhr

„Alles Käse? Ja, und das ist auch gut so!“ Mit diesen Worten beendet Peter Levsen Johannsen, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, sein Grußwort an die Teilnehmer der Käseprüfung, die nun schon zum fünften Mal in der Lehr- und Versuchsanstalt Malente stattfindet. Rund 50 Personen aus der Milchwirtschaft sind an diesem Donnerstagvormittag in die Räumlichkeiten in der Luisenstraße gekommen, unter ihnen 35 Auszubildende, um gemeinsam ungefähr 50 in Schleswig-Holstein hergestellte Käsesorten zu bewerten.

Die Fachjury beurteilt bei der Käseprüfung Aussehen, Geruch und Geschmack der einzelnen Sorte. Um ein möglichst objektives Ergebnis zu erhalten, wird jeder Käse von vier verschiedenen Experten begutachtet, die dabei von Lehrlingen der Milchwirtschaft Unterstützung erhalten. Dazu gibt es sachliche Bewertungskriterien, etwa die Geschmacksrichtung des Produktes oder die Größe der Luftlöcher, bei denen Abweichungen erkannt und in einem Bericht festgehalten werden. Anschließend vergibt die Fachjury dann, nach Rücksprache mit den anwesenden Lehrlingen, für jede Kategorie eine Punktzahl von eins bis fünf.

Das letzte Wort haben indes die insgesamt acht ausgewählten Sachverständigen aus dem Kreis des Ehemaligen-Vereins der Lehranstalt. „Ziel der Prüfung ist es, die Güte unserer heimischen Erzeugnisse zu sichern und vor allem dem Nachwuchs wertvolles Wissen darüber zu vermitteln, worauf es beim Käse ankommt“, sagt Lutz Kastka, der dem Ehemaligen-Verein vorsitzt. Auf dem Prüfstand stehen dabei im Besonderen zahlreiche Sorten der KäseStraße Schleswig-Holstein. Diese verbindet von Föhr bis Lauenburg etwa 30 Produzenten von Käse aus Kuh-, Schafs- oder Ziegenmilch, deren Produkte vielfach mit dem Gütezeichen „Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein“ ausgezeichnet sind. Daher sei die Käsprüfung nun auch keine reine Spaß- und Lehrveranstaltung, wie Lutz Kastka erklärt: „Die Landwirtschaftskammer, die das Qualitätssiegel verleiht, achtet schon ganz genau auf die Bewertung der Experten und die Meinung der Auszubildenen. Alles, was hier stattfindet, ist Bestandteil einer ständigen Kontrolle der Spezialitäten und sichert letztlich unseren hohen Standard.“

Beim Nachwuchs der Milchwirtschaft kommt das Konzept derweil gut an. „Man hat schon das Gefühl, dass die eigene Meinung hier ernst genommen wird“, berichtet Mirco Garthe, der sich aktuell im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Milchwissenschaftlichen Laboranten befindet. Zudem lerne er hier nun auch einmal die gesamte Palette an Milchprodukten kennen, „denn die Ausbildungsbetriebe sind ja meist auf bestimmte Sorten spezialisiert.“ Sein geschmacklicher Favorit: ein Zwiebel-Käse.

Zufrieden ist auch Peter Levsen Johannsen: „Wie der Käse hier in Schleswig-Holstein produziert wird, das ist ein echtes Handwerk, eine richtige Kunst.“ Es sei wichtig, den Menschen genau das wieder bewusster zu machen. „In jedem landwirtschftlichen Erzeugungsprozess mit unserem Qualitätssiegel steckt so viel Arbeit und Hingabe des Produzenten. Ich wünsche mir, dass die Verbraucher das beim Einkaufen trotz der etwas höheren Preise nicht vergessen.“

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