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Ostholsteiner Anzeiger

21. November 2017 | 11:12 Uhr

EUTIN : Mit dem Abi Richtung Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Prüfungserfolg und Zukunftspläne: Knapp hundert Abiturienten feierten am Freitag ihre Entlassung vom Weber- und Voß-Gymnasium. Zeit für ein Fazit.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2015 | 06:00 Uhr

Sie sind jung, haben ihre Abiprüfungen hinter sich und tragen die gleichen Shirts: „Abi heute – Captain Morgan.“ Wie dieser Spruch auf das T-Shirt der Voß-Abiturienten gekommen ist, wusste gestern keiner mehr so recht. „Aber ‚13 Jahre rum‘ stimmt doch“, sagt Jennifer Lucks.

Sechs Wochen Prüfungsstress, drei schriftliche Klausuren mit je fünf Stunden und eine mündliche Prüfung liegen hinter ihr, Marc Rowedder, Vincent Hoge und Marcel Lewerentz. Ihr Jahrgang sei mit 37 Abiturienten ein besonders kleiner, viele seien zwischendrin „abgegangen“, teilweise auf die Kreisberufsschule, teils woanders hin. Sie sind froh, es geschafft zu haben. Doch warum haben sie sich fürs Abitur entschieden? Marcel Lewerentz nennt den Klassiker: „Weil ich studieren wollte“. Marc Rowedder fügt hinzu: „Mir wurde es so beigebracht, dass man mit Abitur bessere Zukunftschancen hat und auch bessere Jobperspektiven.“ Jennifer Lucks will auch studieren, hat sich aber für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Pflegebereich entschieden. „Ich brauche einfach das eine Jahr Bedenkzeit.“

Gestern kamen die Schüler nur noch für den Verkauf ihrer Abizeitung ins Gymnasium, heute ist die große feierliche Entlassung. Werden sie die Schule vermissen? Die Voß-Schüler sagen laut „ja“. Marc Rowedder: „Klar ist man erstmal froh, weg zu sein. Aber ich finde, man hat jetzt schon in der Vorbereitungszeit, in der wir keinen Unterricht mehr hatten, gemerkt, wie die Schule einem fehlt.“

Anders sieht das bei den befragten Abiturienten der Weberschule aus. Bennet Winands: „Ich bin froh, mit der Schule fertig zu sein und werde sie in nächster Zeit auch nicht vermissen.“ Zu stressig sei die letzte Zeit in der Oberstufe gewesen, die Freude auf das Neue, das da kommt, überwiege. Was sollte an der Schule anders sein? „Das Gymnasium soll einen selbstständiger machen. Mehr grundlegende und praxisnahe Sachen können da nicht schaden“, sagt Marcel Lewerentz, der selbst einmal Lehrer werden und seinen Schülern etwas mitgeben will. Weber-Abiturientin Swantje Carstens wünscht sich, „dass Lehrer nicht mehr verbeamtet werden, weil diese sich dann hoffentlich nicht mehr so sehr ausruhen und stattdessen anständig unterrichten.“

Was halten die G9-Abiturienten eigentlich von G8? „Das ist viel stressiger und man hat kaum Freizeit. Außerdem bekommt man einige Themen zu früh, mit denen man noch wenig anfangen kann“, sagen Schulabgänger des letzten „reinen“ G9-Jahrgangs. Damit spiegelten sie die allgemeine Meinungen und Ängste, findet die Bio- und Chemielehrerin Janina Herrmuth. Aber: „Die Befürchtungen haben sich bisher nicht bestätigt. Es gibt Vor- und Nachteile bei beiden Systemen, man sollte nur auch die Vorteile mal mehr hervorheben“, sagt Herrmuth. G8 sei eine gute Vorbereitung auf das Arbeitsleben, eine Benachteiligung der Schüler finde nicht statt. Und was wünscht eine Lehrerin ihren Schülern, die sie so lange begleitet hat? Herrmuth: „Sie sollen sich einfach ihre Freude am Leben nicht vermiesen lassen.“

Das haben die Abiturienten auch nicht vor. Heute wird an beiden Gymnasien Entlassung gefeiert. „Und nächstes Wochenende fahren wir als kleine Abschlussfahrt nach Dänemark“, sagen die Voß-Schüler.

 

 

 

 

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