zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

21. November 2017 | 11:23 Uhr

Mini-Schalter hilft Kranken

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Professor Dr. Rainer Herges erhält den mit 10 000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Stadt Kiel

von
erstellt am 28.Jun.2015 | 17:14 Uhr

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer musste sich sputen. Kaum war er zurück vom Start des Staffellaufes in Kiels polnische Partnerstadt Gdynia (siehe oben), musste er schnell duschen und in den feinen Anzug schlüpfen. Im Rathaus stand nämlich gestern Vormittag die Verleihung des Wissenschaftspreises auf dem Programm.

Ihn vergibt die Stadt im jährlichen Wechsel mit dem Kulturpreis, er ist mit 10  000 Euro dotiert. Neuer Preisträger ist der Chemiker Prof. Dr. Rainer Herges von der Christian-Albrechts-Universität (CAU).

Den Preis für hervorragende wissenschaftliche Leistungen überreichte Kämpfer gemeinsam mit stellvertretenden Stadtpräsidenten Robert Vollborn im Rahmen einer Sondersitzung der Ratsversammlung. Chemiker Herges (60) gilt als einer der kreativsten und einflussreichsten deutschen Chemiker und Nanowissenschaftler.

Professor Stefan Hecht von der Berliner Humboldt-Universität sagte in seiner Laudatio, dass die Stadt Kiel mit Herges, der seit 2001 an der CAU lehrt und forscht, „ohne Frage einen großen Fang gemacht hat“. Hecht würdigte seine Leistungen für Universität und Wissenschaft.

Mit der erstmaligen Synthese eines sogenannten „Möbius-Moleküls“ gelang ihm eine Entdeckung mit weit reichenden technologischen und praxisnahen Folgen. Mit dieser Arbeit, die eine Grundannahme in der Chemie widerlegte, fand er Eingang in die Lehr- und Schulbücher. Das Schalter-Molekül kann beim Bau winziger elektromagnetischer Speicher zum Einsatz kommen, etwa in der Medizin bei Operationen oder bei der Erkennung von Tumoren und Metastasen. Deshalb soll künftig im Forschungsbereich „Funktion durch Schalten“ die Zusammenarbeit zwischen Chemikern, Physikern, Medizinern und Materialwissenschaftlern verstärkt werden.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen