Millionenschaden in Bujendorf

Nur ein Gerippe blieb von der Werkstatt, Fahrzeuge, Werkzeug und Einrichtung verbrannten größtenteils.
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Nur ein Gerippe blieb von der Werkstatt, Fahrzeuge, Werkzeug und Einrichtung verbrannten größtenteils.

Großfeuer zerstört Werkstatthalle der ehemaligen Firma Kramer / Feuerwehrmann verletzt sich leicht / Diverse Fahrzeuge verbrannt

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10. Januar 2018, 10:22 Uhr

Der Feuerschein an der höchsten Stelle des Ortes Bujendorf war in der Dunkelheit kilometerweit zu sehen und wies Feuerwehren den Weg: Die Fahrzeughalle der Firma „Küstenwerkstatt“ am Dorfrand Richtung Röbel ist in der Nacht zu gestern trotz einem massiven Einsatz von zehn Feuerwehren mit zeitweise über 100 Kräften ausgebrannt. Neben der rund 1000 Quadratmeter großen Werkstatthalle, die Totalschaden sein dürfte, verbrannten diverse Fahrzeuge und Werkzeug. Die Firma hat nach Auskunft von Betriebsleiter Andreas Stüben acht Angestellte, sie ist auf die Wartung von Nutzfahrzeugen spezialisiert und war bis vor drei Jahren der Hauptsitz der über 50 Jahre alte Firma Kramer.

Den Schaden schätzte die Polizei gestern auf eine Million Euro. Die Ursache des Feuers ist unbekannt. Vermutlich leicht verletzt hat sich ein Feuerwehrmann, der beim Innenangriff unter Atemschutz in eine Fahrzeuggrube gerutscht war.

Eine Anwohnerin hatte kurz nach 4 Uhr Alarm geschlagen. Als die ersten Wehren – die örtliche Feuerwehr sowie Röbel, Süsel und die Drehleiter aus Eutin – eintrafen, schlugen bereits Flammen aus dem Dach. Gemeindewehrführer Rolf Müller ließ sofort weitere Kräfte anrücken: Die Wehren Zarnekau, Gömnitz und Groß Meinsdorf sowie die Drehleiter aus Neustadt und die Wehren Griebel-Vinzier und Roge.

„Die Halle war nicht mehr zu retten, aber es ist uns gelungen, die benachbarten Wohnhäuser zu retten und den Bürotrakt, das ist mit den ganzen Akten für die Firma von immenser Bedeutung“, sagte Müller dem OHA. „Außerdem haben die Fahrzeuge, die draußen standen, nichts abbekommen.“

Es herrschte an der Brandstelle nicht nur eine enorme Hitze, sondern eine besondere Gefahr durch explodierende Gasflaschen: „Das hat mächtig gerumst,“ berichtete der Zarnekauer Wehrführer Maik Kramp, Knallgeräusche stammten aber auch von berstenden Eternitplatten.

Als aufwändig erwies sich die Versorgung mit Löschwasser: „Es gibt zwar vier Hydranten, aber nur zwei an einer großen Leitung,“ stellte Müller schnell fest, wobei ihm Kreisbrandmeister Torsten Plath als für Wasser zuständiger Abteilungsleiter des Zweckverbandes Ostholstein als kompetenter Berater zur Seite stand. Neben den Hydranten nutzten die Feuerwehren zwei Schlauchleitungen, die zu dem rund einen Kilometer entfernten Ufer des Redingsdorfer Sees verlegt worden waren.

Um 9.30 Uhr war der Einsatz beendet, nachdem auf einer Wärmebildkamera keine Brandnester mehr zu sehen waren. Die Schnelleinsatzgruppe versorgte bei Temperaturen um den Gefrierpunkt die Einsatzkräfte.

Die Kriminalpolizei hatte schon morgens ihre Arbeit aufgenommen. „Es wird in alle Richtungen ermittelt“, sagte Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach. Da der Brandort aufgrund der in einer Kraftfahrzeugwerkstatt vorhandenen Materialien sehr belastet sei, müsse die ausgebrannte Halle erst „ausgasen“, bevor die Ermittler weiter tätig werden könnten. „Der Brandort wurde beschlagnahmt. Zwei, drei Tage wird es wohl dauern, bevor es erste Ergebnisse gibt.“ Mit dem Großfeuer in Bujendorf waren für die Röbeler Feuerwehr gleich drei Premieren verknüpft: Sie rückte zum ersten Mal aus ihrem neuen Feuerwehrhaus aus, Steven Paulsen hatte seinen ersten Einsatz als Ortswehrführer und Rolf Müller als Gemeindewehrführer.

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