zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 18:23 Uhr

Milieuskizzen aus der Großstadt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Einen „sehr vergnüglichen Abend“ verspricht der Kulturbund mit seinem Live-Programm „Berlin gibt immer den Ton an“, das am Freitag, 20. März, im Kommunalen Kino „Binchen“ stattfindet. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg lebte der junge Schweizer Schriftsteller Robert Walser in Berlin, zeitweise als Sekretär der Künstlervereinigung Berliner Secession. Er verfasste hier nicht nur seine drei Romane „Geschwister Tanner“, „Der Gehülfe“ und „Jakob von Gunten“, sondern schrieb auch für Zeitungen und Zeitschriften Großstadt-Impressionen, Milieuskizzen und Glossen.

Eine Auswahl dieser kleinen Prosastücke hat der Regisseur André Steger zum Bühnenabend „Berlin gibt immer den Ton an“ zusammen¬gefügt. Volker Ranisch, bekannt etwa aus der Fernsehserie „Der letzte Zeuge“, gibt den jungen, reichlich kauzigen Flaneur aus der Provinz, der sich mit geborgten zwanzig Mark in der Tasche und verblüffender Naivität in die Arme der „Riesin“ begibt – so nennt er die ihn überwältigende Metropole. Und er hat durchaus verwegene Abenteuer zu bestehen, wie ein tapferer Märchenheld. Dabei ist er ein stets genauer und kritischer Beobachter der kleinen, alltäglichen Geschehnisse des Lebens und Treibens auf den Straßen, in den Cafés und Kaufhäusern, Theatern und Vergnügungsorten.

Walsers Sprache besticht fast bei jedem Satz von neuem durch ihre Präzision und Originalität. Die Musik schafft dazu eine akustische Kulisse der Stadt, eine Welt aus Songs, Geräuschen und Klängen, die in Bezug zu den Berlin-Texten steht, sich mit ihnen paradox verschränkt, sie kommentiert oder ihnen widerspricht. „So gelacht wie an diesem Robert-Walser-Abend hat man schon lange nicht mehr“, schrieb die Presse über die Premiere im sogar-Theater in Zürich. oha
> Karten zu 12 Euro gibt es
in der Eutiner Tourist-Info am Markt und an der Abendkasse.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Mär.2015 | 15:02 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen