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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 21:47 Uhr

Middelburger Küche bleibt bald kalt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

DRK-Landesverband schließt die Abteilung Ende Oktober / Die Sana AG soll das Pflegezentrum am 1. Januar 2017 übernehmen

von
erstellt am 20.Jun.2016 | 13:04 Uhr

Eine geplante Übernahme des DRK-Krankenhauses durch die Sana-Kliniken AG im Jahr 2017 sowie die Schließung der Küche zum 31. Oktober haben in der Belegschaft für Unruhe und Verunsicherung gesorgt. Bei einer außerordentlichen Versammlung der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hätten viele Mitglieder, die in Middelburg arbeiten, ihrer Empörung freien Lauf gelassen, schilderte Gewerkschaftssekretär Wolfgang Hooke in einer Pressemitteilung. Sowohl die Absicht, einen Teil der Belegschaft in eine eigenständige Gesellschaft zu überführen, als auch die Entlassung von 13 Beschäftigten der Küche schüre Unmut.

Hooke glaubt nicht, dass die Schließung der Küche nicht mit dem für den Jahreswechsel geplanten Verkauf an die Sana in Verbindung stehe: „Es ist doch klar, dass die Sana-Geschäftsführung kein Interesse hat, die 13 teilweise langjährig beschäftigten Arbeitnehmerinnen mit zu übernehmen.“ Für die Sana-Häuser in Oldenburg, Eutin und Lübeck werde das Essen in einer zur Firma gehörenden Küche in Lensahn gekocht.

Weiterer Kritikpunkt sei, dass viele Angestellten aus den Therapiebereichen im Gegensatz zu Ärzten und Pflegepersonal offenbar nicht die tarifliche Absicherung als Sana-Angestellte erhalten, sondern in eine eigenständige Gesellschaft überführt werden sollen. „Wir vermuten hinter diesen Plänen das Ziel, mittelfristig die Löhne der Beschäftigten abzusenken.“ Verdi werde das DRK auffordern, einen Tarifvertrag abzuschließen, der Benachteiligungen der Beschäftigten durch den Verkauf des Krankenhauses Middelburg ausschließe.

DRK-Vorstand Ralph Schmieder hat im Gespräch mit dem OHA versichert, dass die Schließung der Küche aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen und unabhängig von dem für den Jahreswechsel geplanten Trägerwechsel beschlossen worden sei. Er sei zuversichtlich, dass den betroffenen Angestellten in einer anderen Einrichtung „der großen DRK-Familie“ eine neue Stelle vermittelt werden könne. Eine Person habe bereits eine neue Stelle, im übrigen sei Küchenpersonal auch auf dem Arbeitsmarkt gefragt.

Zu den Verhandlungen mit der Gewerkschaft machte Schmieder mit Blick auf Verschwiegenheitsregeln keine Angaben, er ließ aber Zuversicht erkennen, dass es eine Lösung im Sinne der Betroffenen geben werde. Der DRK-Landesverband und die Sana-Kliniken AG hatten vor knapp vier Wochen angekündigt, dass sie einen Trägerwechsel für das DRK-Krankenhaus Middelburg vorbereiten (wir berichteten).



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