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Prozess am Landgericht Lübeck : Messerattacke in Wangels: Was bisher geschah

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Aus der Onlineredaktion

Zwei Männer sollen im April 2014 einen 30-Jährigen durch einen Messerstich ins Herz lebensgefährlich verletzt haben. Am Donnerstag wird das Urteil erwartet.

Wangels/Lübeck | Im Prozess um einen Messerangriff mit beinahe tödlichem Ausgang soll am Donnerstag ein Urteil fallen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor mehrjährige Haftstrafen wegen gefährlicher Körperverletzung für zwei der Täter gefordert. Den beiden Männern wird vorgeworfen, im April 2014 in Wangels im Kreis Ostholstein einen 30-Jährigen mit einem Messerstich ins Herz lebensgefährlich verletzt zu haben.

shz.de erklärt, was bisher geschah.

27. April 2014: Die Tat

In einem Mehrfamilienhaus in Wangels finden Nachbarn einen Mann schwer verletzt in seiner Wohnung. Dem 29-Jährigen wurde mit einem Messer in die Herzgegend und ins Gesicht gestochen. Erste Ermittlungen ergeben später: Das Opfer soll von vier Männern und einer Frau besucht worden sein. Täter und Opfer stammten aus Rumänien und arbeiteten gemeinsam in einer Trockenbaukolonne. Nach einem kurzen Streit sei es zu dem Übergriff gekommen. Das Opfer kann nur durch eine Notoperation gerettet werden.

30. April 2014: Zwei Festnahmen

Mittlerweile sind zwei Tatverdächtige festgenommen worden. Ein damals 39-Jähriger wurde Sehnde bei Hannover (Niedersachsen) gefasst, ein 28-Jähriger aus Quickborn in Pinneberg aufgegriffen. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft Lübeck ein Untersuchungshaftbefehl vom Amtsgericht Oldenburg erlassen.

 

24. Oktober 2014: Weitere Ermittlungen

Die Ermittlungen gegen einen der vier Männer und die Frau werden eingestellt. Ein weiterer Mann, der bei der Messerstecherei dabei gewesen sein soll, hat sich laut Staatsanwaltschaft ins Ausland abgesetzt. Die beiden gefassten Männer müssen sich ab dem 29. Oktober vor dem Landgericht Lübeck verantworten. Die Anklage: Versuchter Mord und schwere Körperverletzung. Für den Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Lübecker Landgerichts sind zunächst acht Verhandlungstage geplant. Es sind 14 Zeugen und zwei Sachverständige geladen.

29. Oktober 2014: Prozess wird verschoben

Der Prozess muss wegen einer Erkrankung im Umfeld der Angeklagten verschoben werden.

5. Dezember 2014:  Das Geständnis

Der Prozess beginnt. Einer der Angeklagten gibt ein Geständnis ab. Er sei der Tat schuldig, sagt der 40-Jährige vor Gericht. Eine Erinnerung an die Tat habe er nicht, er sei zu betrunken gewesen, erklärte er weiter. Das genaue Motiv für die Tat bleibt unklar. Vielleicht habe ihn einer der Anwesenden beleidigt, anders könne er sich die Tat nicht erklären. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern versuchten Mord vor. Der zweite Angeklagte äußert sich zu den Vorwürfen nicht.

10. Februar 2015: Die Plädoyers

Die Staatsanwaltschaft fordert mehrjährige Haftstrafen wegen gefährlicher Körperverletzung. Für den geständigen 40-Jährigen, der bereits wegen mehreren Gewaltdelikten vorbestraft ist, fordert der Staatsanwalt vor dem Lübecker Landgericht eine Strafe von vier Jahren und sechs Monaten. Dessen 29 Jahre alter Mitangeklagter soll demnach für drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

(mit dpa)

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erstellt am 19.02.2015 | 06:00 Uhr

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