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33. Bundesmelk-Wettbewerb : Mensch, Tier und Technik in Balance

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das Lehr- und Versuchszentrum in Futterkamp war drei Tage lang die „Arena“ für den 33. Bundeswettbewerb im Melken

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erstellt am 19.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Die Balance von Mensch, Tier und Technik stand im Mittelpunkt des 33. Bundeswettbewerbs der Melker im Lehr- und Versuchszentrum in Futterkamp. 36 junge Frauen und Männer beteiligten sich an den dreitägigen Wettkämpfen. Am Ende machte mit Susann van den Ecker aus Rothselberg im Saarland eine Frau als beste Melkerin Deutschlands am so genannten „Side by Side“-Melkstand den Männern etwas vor. Die dominierten mit Stephan Kreuzer aus Windach in Bayern allerdings im Karussell-Melkstand.

Bewertet wurden seit Sonntag die praktische Melkarbeit an 180 Kühen an zwei unterschiedlichen Melksystemen, ein Test auf Eutergesundheit sowie die theoretische Abfrage von Fachkenntnissen zur Milchproduktion. Erstmals fand daneben ein Europäischer „Vier-Länderwettkampf“ mit jeweils zwei Melkern aus Luxemburg, Österreich, der Schweiz und Deutschland statt, den am Ende Deutschland für sich entschied. Im Vergleich der Bundesländer kam Schleswig-Holstein nach Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei.

Die Melker qualifizierten sich als beste Nachwuchskräfte auf regionalen Ausscheidungswettbewerben für den Bundeswettbewerb. „Das Ziel des DLG-Wettbewerbs ist es, die berufsständische Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich zu fördern, das Berufsbild der landwirtschaftlichen Fachkräfte der Öffentlichkeit näher zu bringen sowie die Verbraucherakzeptanz für die nachhaltige Qualitätsmilcherzeugung zu verbessern“, sagte Ester Achler vom DLG-Fachzentrum. In dem so genanten „Side by Side“-Melkstand im Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp und im Melk-Karussell auf dem Milchviehbetrieb Peter Krebs in Dahme ging es im Wettkampf um die praktische Melkarbeit.

„Melken muss man lieben, sonst hat man hier keine Chance“, sagte der Wertungsrichter Andreas Pelzer. Gemeinsam mit seinen Kollegen nahm er beim Wettmelken der 180 Kühe nicht nur die Zeit. Begutachtet wurden auch die Technik der jungen Landwirte und ihr Umgang mit den Tieren. In einer schriftlichen Prüfung wiesen die Teilnehmer ihre theoretischen Kenntnisse nach. Zwar müssen die Landwirte auch heute noch per Hand melken können, im Alltag übernehmen aber seit Jahren High-Tech-Maschinen diese Arbeit.

Etwa 35 Liter gibt eine gute Kuh nach Angaben der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein pro Tag. Zweimal täglich werden die Tiere in der Regel gemolken. Zeitgemäße Technik benötigt für einen Melkvorgang etwa acht Minuten. Eine Kuh von Hand zu melken, ist vielen Landwirten heute nicht mehr möglich, sagte Andreas Pelzer. „Spätestens nach zweieinhalb Minuten würde man einen Krampf im Unterarm bekommen.“



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