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OP-Leiterin in Ostholstein : Kündigung nach Ice Bucket Challenge: Streit beigelegt

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Nachdem sie sich im OP Eiswasser über den Kopf schüttete, wurde eine OP-Leiterin aus Ostholstein gekündigt. Der Streit sollte vors Arbeitsgericht gehen, doch die Parteien konnten sich einigen.

Eutin | Im Streit um die Kündigung wegen einer Ice Bucket Challenge im OP-Bereich einer Klinik in Ostholstein haben sich die streitenden Parteien außergerichtlich geeinigt. Der für Montag geplante Gütetermin beim Arbeitsgericht Lübeck wurde aufgehoben. Der Rechtsstreit habe sich erledigt, teilte das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein am Freitag mit.

Eine leitende OP-Schwester der Sanakliniken Ostholstein hatte sich im Bereich der Operationsräume einen Eimer Eiswasser über den Kopf schütten und sich dabei filmen lassen. Die Klinikleitung hatte ihr vorgeworfen, gegen Hygienevorschriften verstoßen zu haben und ihr gekündigt. Wie die jetzt erzielte Einigung aussieht, wurde nicht mitgeteilt. „Es wurde eine einvernehmliche Lösung erzielt, über die beide Seiten Stillschweigen vereinbart haben“, sagte Kliniksprecherin Barbara Kempe am Freitag.

Die Sanakliniken Ostholstein beschäftigen mehr als 1000 Mitarbeiter an den Standorten Eutin, Oldenburg und auf der Insel Fehmarn. In welcher Klinik sich die OP-Leiterin für einen guten Zweck mit Eiswasser überschütten ließ, sagte Kempe nicht. Die Klinikleitung hatte der langjährigen Mitarbeiterin ursprünglich fristlos gekündigt. Wie das Arbeitsgericht mitteilte, war die Kündigung unter anderem mit der Führungsposition der Frau begründet worden. Die OP-Leiterin ist auch für die Reinigung und Hygiene in den Operationsräumen verantwortlich.

Auf das Angebot der Klinik, künftig als einfache OP-Schwester zu arbeiten, war die Frau nicht eingegangen. Stattdessen klagte sie gegen die Kündigung und begründete das unter anderem damit, dass auch Reinigungskräfte an der Aktion beteiligt gewesen seien und den Operationssaal nach der Eiswasser-Dusche sofort gereinigt hätten. Außerdem habe sie das Video über das soziale Netzwerk Facebook nicht der breiten Öffentlichkeit, sondern nur ihren engsten Freunden zugänglich gemacht.

Die Ice Bucket Challenge hatte besonders im August auch in Deutschland viel Aufsehen erregt. Sie sollte weltweit auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam machen. „Viele Menschen sehen in solchen Aktionen neben dem guten Zweck auch  eine Möglichkeit zur Selbstinszenierung. Sie glauben, dass ihr Video in einem sozialen Netzwerk ihnen ein Fenster zur Welt öffnet“, sagte der Soziologe Christian Schuldt vom Zukunftsinstitut zur Motivation der Teilnehmer.

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erstellt am 24.Okt.2014 | 13:03 Uhr

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