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Schule in Eutin : „Gänsehaut“: 300 Einsatzkräfte bei Amok-Übung

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Es ist eine furchtbare Vorstellung: Zwei ehemalige Schüler stürmen nach der großen Pause mit Waffen eine Gemeinschaftsschule in Eutin. Schon angesichts der Großübung bekam Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz eine Gänsehaut.

Es ist nur eine Übung, aber die hat es in sich: Zwei ehemalige Schüler sind nach der großen Pause mit Sturmhauben und Waffen in die Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule in Eutin im Kreis Ostholstein eingedrungen, in der gerade 400 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden – so die Annahme. Zuerst erschießen sie einen Schüler und die Schulsekretärin. Schulleiter Sven Ulmer rettet sich mit einem beherzten Sprung aus dem Fenster seines Büros und alarmiert über 110 die Polizei und 112 den Rettungsdienst, die hier bereits kommunizieren und koordinieren müssen. Schreckliche Erinnerungen an die Amokläufe von Winnenden und Erfurt werden wach.

Mit diesem Szenario begann eine von Polizeioberkommissar Wolfram Reuter (Polizeizentralstation Eutin) inszenierte und seit bereits 2012 vorbereitete Groß-Übung mit rund 300 Beteiligten, in der es fiktive Verletzte, Geschockte, Angeschossene und Getötete gab. Im Mittelpunkt stand die Kommunikation zwischen Polizei, Notärzten, dem Rettungsdienst, der Feuerwehren und dem THW. Dafür wurde eine gemeinsame Leitstelle eingerichtet. Nach der Analyse wird es in einigen Bereichen sicher Optimierungen geben, sagte Wolfram Reuter.

So waren die Rettungskräfte bereits bei ihrer Arbeit, während in den oberen Klassenräumen die Schüler - natürlich Komparsen - um Hilfe riefen. Zu diesem Zeitpunkt war eigentlich noch gar nicht klar, ob es nur zwei oder vielleicht sogar mehr Täter waren, die in der Schule um sich schossen. „Aber alle Einsatzkräfte stehen ordentlich unter Dampf“, fühlte ihnen Reuter erhöhte Adrenalinspiegel nach. „Alle nehmen die Übung sehr ernst.“

Der Leitende Notarzt  Peer Knacke aus Eutin sprach von einer medizinisch-organisatorisch großen Herausforderung. Es seien auch Schnelle Einsatzgruppen alarmiert worden. Bei der angenommenen Masse an Verletzten müsse ein Chaos im Krankenhaus vermieden werden. Deshalb sei auch hier die Kommunikation und am Ende auch die Dokumentation sehr wichtig. Auch hier werde es Optimierungen geben. Während des Einsatzes war der Bereich um die Wisser-Schule für den Fahrzeugverkehr weiträumig abgesperrt worden.

„Zum Glück ist keiner wirklich verletzt worden“, sagte Wolfram Reuter am Ende der zweistündigen Übung. Die gemeinsamen Leitstellen vor Ort hätten gut zusammen gearbeitet, allerdings müsse man auch hier in der Kommunikation nachbessern. Alle Beteiligten seien sehr professionell vorgegangen. Einer beiden Täter sei schon beim Erstangriff von den Polizeibeamten fiktiv getötet worden.

Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz zeigte sich dankbar, dass die Idee der Übung in Eutin auch umgesetzt wurde. Er habe bei dem Szenario eine Gänsehaut bekommen. Eutins Polizeiführer Michael Martins sprach von einer außergewöhnlichen Situation der Zusammenarbeit auf Leitungsebene. Schwer sei es für ihn gewesen, seinen Platz entfernt vom Geschehen einzunehmen und nicht direkt eingreifen zu können.

Vom Einsatzgeschehen machten sich auch die Leiter der Eutiner Schulen ein Bild - und am Ende auch so ihre Gedanken. KBS-Schulleiter Carsten Ingwertsen-Martensen schlug auch seine Schule als Übungsobjekt vor: „Bei uns ist es ja noch unübersichtlicher.“ Am Nachmittag waren dann die Feuerwehr, das THW und Rettungskräfte im zweiten Teil der Groß-Übung an der Reihe. Sie nahmen auch einen Ernstfall an der Schule an und musste alles Können unter Beweis stellen.

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erstellt am 17.Mai.2014 | 15:25 Uhr

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