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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 19:10 Uhr

Meistertitel schwer erkämpft

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Betsy Klahr verteidigt den Deutschen Meistertitel im Jahnkampf der Altersklasse 16/17 – Sara Karies wird Vizemeisterin in der AK 12/13

Nach dem ersten Tag der Deutschen Meisterschaften im Jahn-Sechskampf der Altersklasse 16/17 sah es für Titelverteidigerin Betsy Klahr vom Polizeisportverein Eutin ziemlich düster aus. Doch die Titelverteidigerin kämpfte sich in den beiden Schwimmdisziplinen mit allerletztem Einsatz zurück – und gewann den Titel. Bei der Siegerehrung gestern Nachmittag flossen vor dem Kirsten-Bruhn-Bad Freudentränen. „Es war unglaublich eng, ich habe nicht mehr mit dem ersten Platz gerechnet“, sagte die Deutsche Meisterin, die ihren Erfolg noch gar nicht fassen konnte. „Das ist unglaublich!“, sagte sie, als sie von Gratulanten geherzt und gedrückt wurde. Kurz zuvor war Sara Karies als Deutsche Vizemeisterin im Jahn-Sechskampf geehrt worden.

Genau rechtzeitig zur Siegerehrung verzogen sich die grauen Wolken, aus denen sich immer wieder Platzregenschauer ergossen hatten. So blieben Athletinnen, Urkunden und Zuschauer trocken.

Ein Fehler beim Bodenturnen hatte Betsy Klahr zurückgeworfen, ein ganzer Punkt Abzug, das war kaum aufzuholen. „Gestern war nicht so mein Tag, heute habe ich noch mal reingehauen“, sagte die 17-Jährige. Ihre Glanzleistung lieferte sie im Schwimmen ab. Sie schraubte ihre Bestzeit über 100 Meter Freistil auf 1:13,3 Minuten. Danach war sie vollkommen erschöpft, wurde aus dem Becken gezogen und war total ausgepumpt. Bis zur Siegerehrung wagte sie keinen Blick auf die Ergebnislisten: „Ich habe mich da rausgehalten.“ Umso größer war der Jubel, dass sie sich mit 66,731 Punkten mit mehr als einem Punkt Vorsprung gegen Lara Honig vom Turnverein Langen (65,357) und Daria Hofmann vom TV Gut-Heil Spaden (64,329) durchgesetzt hatte. Der Druck, der auf ihr lastete, war unglaublich groß. Sie war als Titelverteidigerin an Nummer 1 gesetzt und als Favoritin in den spannenden Zwei-Tage-Wettkampf gegangen.

Sara Karies war von ihrem zweiten Platz sichtlich überrascht. Sie sei vor dem Wettkampf sehr aufgeregt gewesen, sagte sie nach der Siegerehrung. Sie ging als Vierte der Setzliste in den Jahnkampf. Ihr Schlüssel zur Silbermedaille war das Kugelstoßen. „Da habe ich mich auf 9,52 Meter verbessert“, berichtet die Schülerin stolz, die die achte Klasse des Weber-Gymnasiums besucht. Ihr Lieblingsdiszplin ist aber das Turnen am Stufenbarren. Für die Deutschen Meisterschaften hat sie hart trainiert. Neben dreimal Turnen stehen in jeder Woche noch ein Tag Schwimmen und am Sonnabendvormittag Wasserspringen auf ihrem Trainingsplan. Dazu kommt natürlich noch der Schulsportunterricht. Ihre Sportnote? „Eine 1“, verriet sie mit einem strahlenden Lachen.

Mit den beiden Medaillengewinnerinnen freute sich Lena Kastler, die die Jahnkämpferinnen des PSV über beide Tage begleitet und mit der Ruhe, die sie ausstrahlte, bei den Turnerinnen für Sicherheit gesorgt hatte.

Während die Sportlerinen und Sportler sich voll auf ihre Wettkämpfe konzentrieren konnten, waren die zahlreichen Helfer vor Ort im Dauereinsatz. „Es ist alles ausgezeichnet gelaufen“, stellte der Vorsitzende des Technischen Komitees für Mehrkämpfe, Heinz Schinzel, fest. Es hätten lediglich ein paar Regenschauer für Zeitverzögerungen gesorgt.

Dass die Mehrkämpferinnen und Mehrkämpfer nicht nur ihre Sportarten beherrschen, sondern auch zünftig feiern können, bewiesen sie am Sonnabend im Festzelt, in dem bis 1.30 Uhr in der Frühe getanzt wurde. Dabei wurden Janina Peglow und Susann Meyer von den jungen Turnerinnen mit einem großen Blumenstrauß überrascht – als Dank dafür, dass sie neben den vielen organisatorischen Fragen, die sie regeln mussten, das Training der jungen Turnerinnen ohne Einschränkungen geleitet haben, wie die vielen vorderen Platzierungen im Jahnkampf zeigen.

Auch die Schwimmer zeigten in ihrem Wettkampf starke Leistungen. So wurde Matthias Faber in der Altersklasse 30+ bei den Schwimm-Fünf-Kämpfern Deutscher Vizemeister, Frank Borowski belegte den vierten Rang. Jana Reuter freute sich bei die Bronzemedaille bei den Frauen 30+. Tonias Behr vom TSV Malente erreichte in der Altersklasse 20+ mit knappem Rückstand den vierten Rang.

Im nächsten Jahr finden die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Bruchsal statt, „Da habe ich meine ersten Meisterschaften erlebt“, erinnerte sich Janina Peglow, die in ihrer erfolgreichen Laufbahn 15 Deutsche Meistertitel gewonnen hat.

 

 

 

 

 

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erstellt am 20.Sep.2015 | 12:32 Uhr

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