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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 16:13 Uhr

Meister nach 175 Schüssen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vincent Haaga sichert sich nach spannendem Wettkampf auf der Olympiaanlage den nationalen Titel im Skeetschießen

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2017 | 20:17 Uhr

Am Samstagabend wusste Vincent Haaga, was er getan hatte: Skeetschießen ist körperliche Arbeit. Der Deutsche Meister gab bei den Titelkämpfen in München mit seiner Schrotflinte, Kaliber 12 im Vorkampf 125 Schüsse ab, im Semifinale kamen 16 hinzu, danach folgten das Stechen um den Finaleinzug und der Endkampf, den er mit einem Treffer Vorsprung gewann.

Auf der Olympiaanlage in München bewies Haaga Nervenstärke, denn nach dem Vorkampf hatte er mit 120 Treffern nach 125 Schüssen noch auf dem zweiten Rang gelegen. Das Stechen nach dem Halbfinale war eine sehr knappe Angelegenheit. Erst nach dem 18. Schuss standen die beiden Finalisten Ralf Buchheim aus Frankfurt/ Oder und Vincent Haaga fest. Sven Korte aus Schale, der nach den ersten fünf 25er Serien noch mit makellosen 125 Treffern vorne gelegen hatte, schied aus. Der erfahrene Buchheim gehörte 2012 bei den Olympischen Spielen in London zur deutschen Mannschaft. Im Finale lieferten sich die beiden ein spannendes Duell, an dessen Ende Haaga mit 15:14 Scheiben das bessere Ende für sich hatte. „Es war regnerisch und kalt“, schildert Haaga die äußeren Bedingungen. Im Finale sei es wenigstens trocken gewesen. Das Gewehr wiegt 3,7 Kilogramm, bei 175 Schüssen kommt da ordentlich Gewicht zusammen. „Am Abend habe ich in den Armen gemerkt, dass ich einige Kilos bewegt habe“, sagt der Meisterschütze.

Seit 2014 gehört der 22jährige Soldat, der aus Heringsdorf kommt, zur Sportförderkompanie in Oberhof. Er trainiert vier- bis sechsmal pro Woche mit Bundestrainer Axel Krämer in Suhl. Vincent Haaga kam vor sechs Jahren zum Skeetschießen. Eigentlich hatte er sich für das jagdliche Schießen interessiert. Die Begegnung mit Schießlehrer Jörg Biehl stellte die Weichen für seine erfolgreiche Zukunft. Haaga schloss sich dem Wurftauben-Club (WTC) Hundebusch in Ratzeburg an, heute schießt er für den Jagd- und Wurftauben-Club (JWC) Osterholz. Nach dem Einstieg ging es rasant voran. Er nahm an einem Jedermann-Lehrgang des Deutschen Schützenbundes in Wiesbaden teil. Sein erster Wettkampf war der Qualifikationswettkampf für die Europameisterschaften 2012 in Schale, bald darauf gelang ihm der Sprung in den Bundeskader. Bei seinen ersten deutschen Meisterschaften wurde er Sechster. „2013 wurde ich in die Nationalmannschaft berufen und hatte damit wieder ein Ziel erreicht“, berichtet der Sportler auf seiner Homepage. Beim Skeetschießen muss die Waffe an der Hüfte sein, wenn die Scheibe losfliegt, erst dann darf der Schütze in den Anschlag gehen, die Scheiben fliegen quer zum Schützen, im Gegensatz dazu schießt der Trapschütze aus dem Voranschlag, seine Scheiben fliegen schneller und weiter.

Nach dem Deutschen Meistertitel ist vor dem nächsten Großereignis: Vincent Haaga ist unmittelbar nach den Titelkämpfen nach Moskau geflogen. Dort geht er bei den Weltmeisterschaften am Donnerstag, Freitag und Sonnabend in Einzel und Mannschaft an den Start.

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