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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 22:09 Uhr

„Mehrheit ist Mehrheit“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die 45-jährige Landtagsabgeordnete Regina Poersch wurde mit einer Stimme Mehrheit zur Kandidatin der SPD für die Bürgermeisterwahl in Eutin nominiert. Im OHA-Interview betont sie ihren Willen, den anfänglichen Gegenwind in den eigenen Reihen in eine große Gemeinsamkeit beim Wahlkampf zu drehen.

Hat Sie schon jemand mit Bezug auf Adenauer angesprochen, der 1949 auch mit seiner eigenen Stimme die Wahl zum Kanzler für sich entschied?

Poersch: Ja, den Vergleich hat gleich am Morgen ein erklärter CDU-Wähler mir gegenüber gezogen. Ich halte es für richtig, sich selbst die Stimme zu geben. Denn ich will ja Bürgermeisterin werdern, und wenn ich nicht selber von mir überzeugt bin, wie soll ich dann andere überzeugen?

Wie bewerten Sie den knappen Ausgang der Wahl im Ortsverein?

Im ersten Moment war ich enttäuscht, habe dann aber schnell erkannt: Mehrheit ist Mehrheit, das zählt.

Ist das Ergebnis eine Beschwernis für Ihren Wahlkampf?

Es ist eine Herausforderung, diejnigen im Ortsverein zum Mitmachen zu bewegen, die mich nicht gewählt haben. Da bin ich aber optimistisch.

Wann beginnt der Wahlkampf?

Ab sofort. Ich nehme die Geschehnisse in Eutin jetzt schon anders wahr als bisher.


Die CDU hat einen parteilosen Kandidaten nominiert, wie viel Partei wollen Sie verkörpern?
Ich bin nun mal Sozialdemokratin, das muss ich nicht verstecken, sonst würde ich ja versuchen, die Wähler für dumm zu verkaufen. Als SPD-Mitglied kann ich genau so ein Bürgermeister für alle Eutiner sein wie als CDU-Mitglied.

Wie sehen Sie Ihr persönliches Verhältnis als mögliche Bürgermeisterin zum SPD-Fraktionsvorsitzenden Westphal, der erkennbar Sie als Kandidatin nicht gewollt hat?
Ich gehe davon aus, dass wir professionell miteinander arbeiten würden, so wie mit den anderen Fraktionen auch.

Sollten Sie 2016 in Eutin keinen Erfolg haben, treten Sie dann 2017 wieder für den Landtag an?

Ja, das wäre dann mein Wunsch. Man muss aber sehen, dass meine Kandidatur als Bürgermeisterin in Eutin natürlich Einfluss auf die Meinungsbildung in der SPD auf Wahlkreisebene haben kann.

Was hat Sie am Donnerstagabend in der SPD-Versammlung am meisten bewegt?

Dass Heinz Welbers, mein erster Fraktionsvorsitzender als junge Stadtvertreterin in Eutin, mir gesagt hat, dass ich eine klasse Vorstellungsrede gehalten habe.

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von
erstellt am 24.Apr.2015 | 15:14 Uhr

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